Nach dem Niedergang des steirischen Familienbetriebes Ruhdorfer steht mit dem oberösterreichischen Reifen-Urgestein Bruckmüller der nächste 5 %- bis-7 %-Reifenmarktanteilshalter zur Disposition. Was bei Ruhdorfer nicht gelungen ist, soll bei Dr. Othmar Bruckmüller gelingen, mit einer mindesterforderlich 20 %-igen Sanierungsquote den Fortbestand des Traditionsuntenehmens zu sichern. Die Prüfungstagsatzungen aller bislang in Insolvenz befindlichen 4 Firmen der Bruckmüller-Gruppe am 9. Jänner 2018 sollen erste Weichenstellungen bringen. Die allfällige Tagsatzung zum Sanierungsplan ist beim Gericht in Steyr am 6. Februar 2018 anberaumt.

 

Bei aller in der Branche zur Schau getragenen Wertschätzung gegenüber der Person Bruckmüller, drückt die Schuldenlast schwer, wobei sich die zwischen 13 und 18 Mio. € geschätzten und weitgehend nicht versicherten Lieferantenschulden im bislang ausgewiesenen Passivastand von rund 51 Mio. € zumindest eigenartig ausnehmen. Insider vermuten dahinter auch Altlasten aus Bruckmüllers unseliger Präsidentschaft beim 2003 insolvent gewordenen Fußballclub Wacker Innsbruck/FC Tirol.

 

Aufgrund der bisherigen Insolvenztatsachen und allfälliger Vermögensverschiebungen in Verbindung mit der Leondinger Grundstücks- und Zentrallagerveräußerung an Unternehmer Friedrich Huemer (Polytec), gehen Branchenbeobachter von einem schwierigen Sanierungsfall aus, der ohne rasche Finanzierungszusagen durch Banken oder andere Investoren Teilbereichsschließungen unausweichlich erscheinen lässt. In diesem Zusammenhang sind die beiden Bruckmüller Gesellschaften in Leonding und in Linz zu nennen. Sämtliche, mit eigener Firmenbuchnummer ausgestatteten Niederlassungen sind organisch mit der Hans Bruckmüller GmbH in Kremsmünster und Sierning verbunden.

 

Während Mitbewerber aus dem In- und Ausland bereits über eine Verwertung eines allfällig frei werdenden Marktanteilskuchens diskutieren, gibt Bruckmüller, der politisch wie wirtschaftlich gut vernetzte gelernte Jurist, noch lange nicht auf. Er setzt auf sein bei den meisten Lieferanten nach wie vor intaktes Image und sein unternehmerisches Geschick, sein Lebenswerk retten zu können. •