„Wir haben großen Respekt vor Tesla. Tesla ist sehr schnell“, erklärt beispielsweise Herbert Diess, Volkswagen-Markenvorstand. Klar, junge Anbieter wie Tesla können sich auf die neue Technologie konzentrieren. Die bestehenden Auto- und Teilehersteller müssten hingegen noch beide Welten abdecken, weiß Diess. So müssen nach wie vor die Fahrzeugarchitekturen mit Verbrennungsmotoren mit der gesamten Peripherie weiterentwickelt, produziert und serviciert werden: Ein gewaltiger Doppelaufwand, der sich beim Händlernetz, der Teilelogistik und der Instandhaltung fortsetzt.
Egal, ob es sich dabei um Tesla, Google, Apple oder einen bereits bestehenden chinesischen E-Fahrzeug-Hersteller handelt: Ein Start-up, sofern man bei einem Autohersteller diesen Begriff verwenden kann, benötigt für die nun kommende Fahrzeug-Technologie (teilweise deutlich) weniger Entwicklungs-, Infrastruktur-, Technik-, Ersatzteil-, Vertriebs- und Serviceaufwand. Ein Kostenniveau, auf das sich bestehende Anbieter erst mühsam herunterkonsolidieren müssen. In den nächsten Jahren braucht es also gewaltige Anstrengung von Konzernen, die jahrelang die Entwicklung von Motoren und Getrieben als ihre größte Leistung definiert haben.
„Das Rennen um die Systemführerschaft im neuen Mobilitätszeitalter entscheidet sich in den nächsten 5 Jahren“, weiß Diess. Und auch, dass dafür 2-stellige Milliardenbeträge vorfinanziert werden müssen. •
