Wenn der VCÖ schreibt, dass „trotz stagnierender Pkw-Anzahl bei gleichzeitig anwachsendem Bevölkerungszuwachs der Verkehrsraum für das Auto verhältnismäßig zu groß ist“, dann soll es – politisch beauftragt – wohl so stimmen müssen. Dabei verstehen immer weniger Menschen, warum man Verkehrsberuhigung grundsätzlich nur durch aberwitzige und extrem aufwändige Straßenumbaumaßnahmen vollbringen kann. Hauptverkehrsadern werden mit Radwegen und Inseln verpflastert, Gastgärten und Hausbaustellen reduzieren weitere Autostellplätze. Für Strom,- Gas- und Wasserleitungssanierungen baut man die luxuriös gestalteten Verkehrsflächen ab, um sie danach wieder teuer herzustellen. Die Kommunalfahrzeuge benötigen radar- und sensorgeführte Einsatzgeräte, um bei allen Wetterlagen die Fahrflächen noch zu finden und nicht zu beschädigen.
Alles hat seinen Preis!
Was der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verschweigt, ist die Erosion der Wählerstimmen. Denn das unnötig ausgegebene Geld für Verkehrsflächenumbauten wäre für wirkliche Sozialeinrichtungen dringend vonnöten. Was die Bevölkerung nicht versteht, kostet Wählerstimmen. Wähler sind nicht dumm und dann wird es ihnen zu bunt. Unbeirrt will die Stadt Wien ihr Verkehrsflächenkonzept weiter zu Lasten steuerzahlender Autofahrer ändern. Beispielsweise sollen mit „Parklets“ die Parkplätze in Aufenthaltsraum umgewandelt, mehr Flächen für Fußgänger und den Radverkehr zurückgewonnen werden. Auf die Arbeitsplatz sichernden Kleingewerbebetriebe und Bürostandorte in den betroffenen Gegenden nimmt man keine Rücksicht. Dafür will Rot-Grün in Wien mittels Mobilitätsangeboten v.a. an U-Bahn-Stationen das Car- oder Bikesharing konzentrieren. Das hat Logik: Wo keine Jobs, braucht es auch kein Auto mehr!
„Blaue“ Quittung
„Wenn man bedenkt, dass ein privates Auto circa 98 % seiner Zeit herumsteht, ohne gefahren zu werden“, beharrt Angelika Winkler von der MA 18, „ist es ein Thema, wie man den Raum effizienter nutzen kann.“ Dass die Wähler im nächsten Wahlgang ihren Rathaus-Gewaltigen eine politisch „blaue“ Quittung ausstellen könnten, will der herrschenden Rathauspolitik nicht in den Kopf. Wie volatil das Wählervolk inzwischen geworden ist, zeigt der Grünen krachende Wahlniederlage in ihren bislang von den Radfahrern politisch dominierten Bezirken. Woher das Steuergeld dafür kommt (oder auch nicht mehr), interessiert die Pedaleure nicht. Noch nicht! •
