Mit Ausländerfeindlichkeit, Islamophobie, Europakritik und Anti-Flüchtlingspolitik lassen sich bei uns Wahlen gewinnen. Je polternder, je feindseliger, desto besser. Mittendrin ist das konventionelle Automobil. Das hat die Mehrheit so verstanden, nicht jedoch die Grünen. Die stießen, meist mit ihren – von den Herstellern geliehenen – Wahlkampfautos, ihre Politprofis vom Fahrrad und hoben mithilfe des Verkehrsclubs Amateure in den Sattel. Die „grüne“ Damenspende wurde von ihrem politischen Gegenüber gerne angenommen, wie der Wahlausgang verrät.

 

Sebastian Kurz hat mit seinem Kinderprogramm (Kritikerjargon) klar die Wahl gewonnen. Nun schlüpft er wieder ins schwarze Trikot und hofft auf die Zustimmung seiner kommerzialrätlichen Funktionäre in den beamteten Institutionen. Das wird schwer für die türkisen Phantasten unseres Landes: Bei der ersten Jubelstimmung der Liste Kurz, die die TV-Sender einfingen, waren fast nur junge Leute zu sehen. Die „Altspatzen“ waren im Festzelt absent oder saßen in den Talkshows, redeten schwierige politische Verhältnisse herbei und werden sich angesichts von bevorstehenden Landtagswahlen nicht so leicht in ihr Machtwerk pfuschen lassen.

 

Der (Auto)Wirtschaft ist der politische Rechtsruck von Schwarz, Blau und auch Rot egal. Die Wähler haben mittels Stimmzettel ihre Wut abgelassen! Dennoch ist der Lebensstandard hoch wie kaum anderswo auf dieser Welt. Das Ausland bescheinigt uns unfassbar gute Verhältnisse und bei allem Grant auf die Tagespolitik werden wir menschlich, freundlich, sozial eingeordnet. Wir sind eine Insel der Seligen!

 

Mit der von den Damen Lunacek, Felipe und Vassilakou organisierten Wahlniederlage der Grünen werden sich auch die notorischen Autohasser wieder etwas einkriegen und wir kennen bei allen offenen Fragen über Österreichs und Europas Zukunft schon erste Nutznießer. Es sind die Gärtner, Stadtpflasterer und Asphaltierer, die die Radwege und Sperrflächen dort wieder zurückbauen, wo sie den motorisierten Verkehrsfluss massiv beeinträchtigen. Was ja kein Problem ist, denn zahlen tut`s immer der Steuerzahler. Also wir! •