Seit 2012 bis jetzt im Oktober 2017 – ein 5-Jahreszeitraum – starben 50 Kinder im Alter bis 14 Jahre bei Verkehrsunfällen in Österreich, schreibt Verkehrsclub-Sprecher Christian Gratzer. Dann werden aufgezählt: 20 als Pkw-Insassen, 19 zu Fuß, 4 mit dem Fahrrad, 3 mit dem Motorrad, 2 mit dem Traktor und eines mit dem Bus. Die Verletztenzahl bei Verkehrsunfällen wird in diesem Zeitraum mit 15.415 beziffert – interessanterweise wurden 427 in Verbindung mit Spielgeräten und sonstige 272 Fälle darin eingerechnet. Seltsamerweise fehlen die Öffentlichen Verkehrsmittel. Keine Unfälle mit verletzten oder gar getöteten Kindern durch Bahn, Straßenbahn, U-Bahn?

 

Diese Unschärfe leistet sich der durch die Politik und die Ministerien ges(ch)tützte Verkehrsclub einfach so. Kontrolliert eh keiner und die Tagesredaktionen bekommen ihr Schreibmaterial. Ach ja, der VCÖ spricht sich sogleich für verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem aus. An der von Gratzer ungeprüft hochgerechneten Opferzahl von 8 Kindern täglich rüttelt keiner. Sind die Argumente auch schwach, die Todeskeule wird geschwungen. Folglich wird eine generelle Temporeduktion von 50 auf 30 km/h gefordert, damit die von jeder Steuer befreiten Radfahrer zu Lasten der Mobilitätswirtschaft ihr Unwesen treiben können.

 

Die Aussagegewichtung ist mit einem anderen Satz vergleichbar: Die meisten Verkehrsverursacher sind Autofahrer, doch nicht alle Autofahrer töten oder verletzen. Genau dieses vom VCÖ angewendete Politdeutsch und -denken führt dazu, dass ein wesentlicher, unsere Wirtschaft tragender Teil verunglimpft und ins moralische Abseits gedrängt wird. Falsche Diagnosen führen immer zu falschen Therapien. Der VCÖ mit seiner AntiAUTOanhängerschar bietet weder Diagnose noch Therapie, will einzig neue Wirklichkeiten schaffen.

 

Die traditionellen Parlamentsparteien sind gefordert, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wir haben Wahlen. Noch ist es nicht zu spät. •