Aktuell sind in Österreich etwa 2,4 bis 2,5 Mio. Diesel-Pkw der Abgasklassen Euro 5 oder älter angemeldet. Etwa 1 % dieser Fahrzeuge stehen derzeit beim österreichischen Fahrzeughandel am Hof und warten auf einen Käufer. „Wir beobachten in den aktuellen Fahrzeugangeboten einen leichten Wertrückgang, stetig steigende Standzeiten beim Handel, sowie im August 2017 eine merkliche Kaufzurückhaltung bei den Gebrauchtwagen, woraus sich eine steigende Marktmengenentwicklung – im speziellen bei Fahrzeugen mit einem Alter von 10 bis 24 Monaten – ergibt. Es können also nicht mehr so viele Dieselfahrzeuge abverkauft werden, wie auf den Gebrauchtwagenmarkt strömen. Gut für diejenigen Gebrauchtwagenkäufer, die sich für einen Diesel entscheiden werden, denn am Markt wird man derzeit fündig“, wie Rainer Hintermayer, Marktanalyse Eurotax Österreich, erklärt.

 

So zeigten Eurotax-Marktanalysen einen Wertrückgang bei den Diesel-Angebotskursen von 57,2 % im August 2016 auf 53,9 % im August 2017 bei einem Fahrzeugalter von jeweils 36 Monaten. Auffällig sei der 3 %-ige Wertrückgang in den Angebotskursen seit Juni 2017. Der echte Wertrückgang liege vermutlich noch ein wenig tiefer und zwar im Bereich von rund 1 bis 2 %-Punkten je nach Segment. Das Bild werde durch neue Modelle, die erstmals das Alter von 36 Monaten erreichen, etwas verzerrt.

 

Die Restwerte der Benzin-Pkw hätten hingegen im 12-Monatsvergleich um ca. 1 % zulegen können. Ähnliche Trends gelten auch für die jüngeren, 1- und 2-jährigen Gebrauchtwagen. Ältere Dieselfahrzeuge seien derzeit noch stabil in den Angebots- und Verkaufskursen. Analog dazu reagierten natürlich auch die Verkaufskurse und Notierungsrestwerte. Hätten die Standzeiten ( = durchschnittliche Angebotsdauer beim österreichischen Fahrzeughandel bis zum Wiederverkauf) im Vorjahr konstant bei rund 70 Tagen gelegen, seien die Standtage bei Diesel-Pkw seit Jahresanfang von Monat zu Monat auf derzeit 77 Tage gestiegen, bei Benzinern etwas moderater auf 73 Tage im August 2017.

 

Aktuell sehe sich der Markt zusätzlich Eintauschprämien mit Umwelt- oder Zukunftsanstrich gegenüber. Sollten diese Eintauschprämien im Abtausch gegen Verschrottung des alten Dieselfahrzeugs viele klassische Gebrauchtwagenkäufer dazu motivieren, anstatt eines traditionell beliebten Gebrauchten im Alter von rund 3 Jahren tatsächlich zum Neuwagen zu greifen, seien Auswirkungen auf die Werte sehr wahrscheinlich. Die Gebrauchtwagen kämen weiter auf den Markt, da sie ja bereits vor 3 Jahren zugelassen worden seien. Auch Flottenfahrzeuge würden weiterhin plangemäß zurückgegeben und kämen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Ausnahme seien Fahrzeuge, die exportiert werden. Allerdings stelle sich die Frage wohin, da ganz Europa von der Diskussion um den Diesel betroffen sei und außerhalb Europas der Diesel zumindest bis jetzt nur sehr mäßig attraktiv gewesen sei. •