Leider ist man sich über die Umsetzung uneins: Hersteller/Importeure halten sich zu diesem Papier ausdrücklich bedeckt und auch das Reparaturgewerbe äußert seine Bedenken.

 

Dem Originaldokument im Anhang kann man entnehmen, dass nur mit einer Nachrüstung der Dieselfahrzeuge mit SCR-Katalysatoren und Harnstoffeinspritzung politisch motivierte Reduzierungsziele flächendeckend erreicht werden könnten. Jürgen Karpinski (ZDK, Deutschland), Klaus Edelsbrunner (Fahrzeughandel Österreich), Urs Wernli (AGVS, Schweiz) und Dietmar Mock (Verband apa, Südtirol) möchten nun unter finanzieller Einbindung von Herstellern/Händlern, öffentlichen Stellen und Fahrzeughaltern sich für eine politisch und gesetzlich gefestigte Lösung in diese Richtung einsetzen.

 

Die Aktion soll ALLE gängigen Marken ab Euro 4 und 5 bedienen und kostet nach deutschen Verbandsangaben je nach Fahrzeug zirka 2.000 €. Sie habe nichts gemeinsam mit der von Volkswagen ausgelösten „Schummel“-Software, wird betont. Neben der politischen Akzeptanz – sprich Abwendung von Fahrverboten durch Politik und Gerichte – geht es um die Typisierbarkeit derartiger Einbaumaßnahmen inklusive Garantie- und Gewährleistungsanspruch.

 

Angeblich können Blauschild-Werkstätten diesen Ein- bzw. Umbau vornehmen, was allerdings von Fachleuten angezweifelt wird. Motorenexperten sprechen vorauseilend von „Bastellösungen“, der ADAC wiederum will in den Originalersatzteillagern der Hersteller „ein Dutzend“ Euro 5-Nachrüstbausätze ausgemacht haben, die sich für die Adaptierung auf Euro 6 eignen würden, zugelassen sind und verbaut werden können. Die Autoindustrie lehnt nachträgliche Umbauten wegen des technischen und wirtschaftlichen Aufwands ab und setzt stattdessen auf Umtauschprämien für alte Diesel-Fahrzeuge sowie Software-Updates. Blöd, oh je.

 

Es sei aber besonders in Deutschland der Dieselverkauf bereits spürbar rückläufig und der Wertverlust gebrauchter Dieselfahrzeuge weit überwiegend auf die Angst der Kunden vor drohenden Fahrverboten zurückzuführen. Die Protagonisten setzen in dieses Papier den Keim der Hoffnung, dem politischen Gegenwind in Sachen Fahrverbote trotzen zu können. •