Die Hersteller setzten massiv auf E-Mobilität, wie man auf der IAA gesehen habe. Weil jedoch E-Autos derzeit noch keinen vollständigen Ersatz für konventionell betriebene Pkw am Massenmarkt darstellten, werde der Verbrennungsmotor kurz- und mittelfristig definitiv seine Berechtigung behalten. „Ein konkretes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren ist daher schlicht und ergreifend nicht möglich. Wir müssen die natürlichen Marktentwicklungen abwarten und fordern von der Politik Technologieneutralität“, so Kerle.

 

Aufgabe der Politik sei, Rahmenbedingungen wie die Vorgabe von CO2-Zielen zu setzen. Die technische Umsetzung müsse allerdings der Industrie überlassen bleiben. Kerle bedauert die Debatte um den Dieselmotor und mögliche Fahrverbote, die „verständlicherweise zu starker Verunsicherung sowohl in der Industrie als auch unter Autofahrerinnen und Autofahrern führen“. In weiterer Folge könne es zu Wertverlusten in Milliardenhöhe – unter anderem aufgrund sinkender Wiederverkaufswerte von Pkw mit Verbrennungsmotor kommen.

 

Punkto Hardware-Nachrüstung verweist Kerle darauf, dass Entwicklung und Freigabe derartiger Lösungen mindestens 3 Jahre in Anspruch nehmen würden. „Es ist erschreckend, wie wenig Fachwissen hier teilweise vorhanden ist. Insbesondere bei jenen, die es am rigorosesten einfordern“, stellt Kerle fest. •