Die Aufregung darüber war groß, die Medien des Landes schrieben über den Aufreger, vergaßen jedoch auf die Überprüfung des Wahrheitsgehalts. Auch der ORF bediente sich der ungeprüften APA-Aussendung und interviewte den Verfasser Dr. Jens Borken-Kleefeld, nur nicht über das Zustandekommen der berechneten Zahlen.
Die sind abenteuerlich, wie Borkens Studienmethode (im unten angefügten Anhang) offenbart. Das Laxenburger IIASA-Institut maßt sich an, „vorzeitige Todesfälle“ zu beziffern. Die führen sich ja göttlicher als Gott auf, was selbst Lungenheilkundler baff macht, die sich derart formulierte Zahlen nicht zutrauen.
Professor Bernd Lamprecht von der Linzer Uniklinik beziffert die Rate an Lungenkrebsverstorbenen mit 3.600, etwa 20 Mal so viele, wie durch den Ausstoß von Dieselruß verursachte Tote. „Allerdings sind jene Grenzwerte, die wir in der Außenluft messen, vergleichsweise gering zu jenen Werten, die wir im Innenraum messen, wo es eine hohe Feinstaubbelastung, vor allem durch das Rauchen, gibt.“
Nun ist es unsere Aufgabe, den Auftraggeber dieser IIASA-Studie ausfindig zu machen, der dann die Studie erklären und entsprechend in der Öffentlichkeit richtigstellen muss.
Das Zurückrudern hat längst begonnen und wir zitieren aus „Spiegel online“: „Das Problematische am modernen Dieselmotor ist in Wahrheit, dass er uns bislang davor schützt, einer unbequemen Wahrheit ins Auge zu sehen: Dass wir in Zukunft nicht nur andere Antriebe, sondern auch andere Autos fahren müssen. Wenn wir das Klima schonen wollen, müssen wir kleine, leichte, windschlüpfrige Autos fahren.“
Um diese Wahrheit drücken sich alle herum, der Finanzminister für den gewährten Steuervorteil auf Diesel und die Autowirtschaft, denn fette Autos (SUV) ergeben feine Gewinne. Eigentlich verlangt das geschundene Klima kleine, leichte, windschlüpfrige Autos. Wir können gespannt sein, wann dieser Sinneswandel in Österreich eintritt. Der Dieselmotor selbst ist nicht das Thema beim Konsumenten, sondern die Autos, die er möglich macht.
Österreich hat demnächst Nationalratswahl. Bis dahin geht sich ja ein öffentlicher Spurwechsel in der politischen Geisteshaltung locker aus und auch ein scharfer Protest gegen die universitär versteckte Angstmacherei. •
