Die dunklen Wolken über dem Eingang zur IAA waren am Montagabend durchaus symbolisch: Noch nie standen die Vorzeichen für Europas größte Automesse so schlecht. Genau darauf ging Matthias Müller gleich zu Beginn seiner Rede ein: „Die Zeiten, in denen sich unsere Branche auf der IAA selbst gefeiert und im eigenen Glanz gesonnt hat, sind vorbei.“

 

Es werde nur gelingen, das Vertrauen der Kunden (und wohl auch jenes der Politik) wieder herzustellen, „wenn wir die berechtigte Kritik annehmen und bei den Emissionen mehr Transparenz an den Tag legen.“

 

Daher stattet der VW-Konzern künftig alle neuen Dieselmotoren serienmäßig mit SCR-Katalysatoren aus, alle neuen Benziner bekommen Ruß-Partikelfilter. Müller ganz konkret in Richtung jener, die einen möglichst raschen Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren fordern: „Mit den Fahrzeugen von heute verdienen wir das Geld für die Milliarden-Investitionen in die Zukunft.“

 

Und das ist nicht wenig: VW will in den kommenden acht Jahren 50 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge sowie 30 Plug-in-Autos auf den Markt bringen. 2030 soll es dann von jedem einzelnen der 300 Konzernmodelle mindestens eine elektrisch betriebene Version geben. Die Offensive trägt die Bezeichnung „Roadmap E“.

 

Dazu sind gigantische Batteriefabriken notwendig; die dafür notwendigen strategischen Partnerschaften in der Höhe von 50 Milliarden € wurden bereits ausgeschrieben. VW allein will bis 2030 rund 20 Milliarden € in den Bereich E-Mobilität investieren. Bis zu 3 Millionen Elektroautos des Konzerns (das ist jedes vierte Fahrzeug) sollen ab 2025 gefertigt werden – Jahr für Jahr.

 

Müller kämpferisch: „Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung. An dieser Selbstverpflichtung lassen wir uns ab heute messen.“

 

Übrigens: Der Abend am Montag war ganz anders als die großen Shows früherer Jahre, als in eigens angemieteten Hallen ein neues Konzernmodell nach dem anderen mit Pomp und Fanfaren vorgestellt wurde. Nach Müllers Rede vor 1.500 geladenen Gästen und einem kurzen Auftritt von Audi-Chef Rupert Stadler konnte man am Montag alle neuen Fahrzeuge auf den Ständen direkt auf der IAA anschauen; die Vorstände und andere hochrangige Konzern- und Importeurs-Mitarbeiter waren für Gespräche greifbar.

 

Die IAA beginnt am Dienstag (12. September) mit den Pressetagen. Wir werden in allen Medien des A&W-Verlags laufend darüber berichten.