Bernhard Radauer stieg mit 200 Schilling „Schwammerlgeld“ aus seinem Pilzeverkauf damals vom Bauernhof herunter nach Neumarkt und gründete ein Opel-Autohaus. Inzwischen sind es mit St. Veit 2, in denen auch Suzuki gut Platz findet. Dazu betreibt er eine Tankstelle. Sein Lebenslauf ist bodenständig und getragen von der Kraft seiner Familie. Dass er zwischendurch auch schon mal Peugeot vertrieben hat, ist angesichts der neuen Besitzverhältnisse von Opel in der PSA-Gruppe möglicherweise als Wink des Schicksals zu verstehen.

 

Die Importeure haben es Bernhard Radauer nie leicht gemacht, er ihnen aber auch nicht. Das Band des Erfolges hat alle Krisen überstanden. Nun erhält er den Kommerzialratstitel, als wenn er nur für ihn geschaffen worden wäre. Verdient, denn er schupft so nebenbei auch noch den Bauernhof seines kranken Bruders und ständig denkt er nach, Neumarkt mit weiteren unternehmerischen Projekten zu beseelen. Er sieht für sein automobiles Refugium weiterhin ein generationsfähiges Fortkommen, ist er mit seinem Team doch dafür da, die politischen Wellen gegen die Automobilität zu glätten. Exakt diese Einstellung stilisiert ihn zu einem würdigen Kommerzialrat. •