Herr Willi, ich habe mir am Wochenende die Zeit für Ihr der Innsbrucker Nordkette gleichkommenden Wortbollwerks gegen den Kfz-Diesel genommen und mich auch der Viererargumentation von Herrn Schirak gewidmet. Auf Schiraks Schreiben vom 6. Juli erst am 24. August zu antworten, ist für einen „Volksvertreter“ ihres Kalibers eine bemerkenswerte Leistung. Die von Ihnen mit Nachdruck zurückgewiesenen, von Schirak erhobenen Vorwürfe der oberflächlichen Themenbehandlung, das Spuren hinterlassende Unwissen zur Materie, die von Ignoranz gegenüber der Arbeitsplätze schaffenden kleinteiligen Wirtschaft geprägte populistische Effekthascherei zeichnet im erschreckenden Ausmaß ihre begrenzte Betrachtungsweise nach.

 

Sicher ist nicht alles in GRÜN gedachte Politwerk falsch, allerdings das meiste. Herr Willi! Denken Sie sich die Welt ohne Kfz samt ihrem gewaltigen Steueraufkommen. Wer zahlt Ihnen und Ihren Sympathisanten die vielen aufwändigen Radwege, die vielen alternativen Verkehrskonzepte? Bis dato die Autowirtschaft! Welche Arbeitsplätze-Bilanz haben die Grünideologen vorzuweisen? Die Autowirtschaft operiert mit realen Zahlen. Wenn Sie jedoch der Batterie bedingungslos GRÜNES Licht geben und folglich die Arbeitsplätze ausgelagert werden, haben wir eine absolut gesunde, jedoch existenziell dicke Luft – ganz ohne Ihre Stimmungsmacher CO2, NOx usw.

 

Was Sie unter „Sicherung von Arbeitsplätzen“ daherbrabbeln (= Vorstufe des politischen Sprechens), lässt einen tatsächlich „bald vom toten Pferd Diesel-Pkw“ fallen. Die Asiaten zum Beispiel wird es hingegen freuen, den Fahrrad-/E-Bike-Sektor bei uns zu übernehmen (die ersten paar Tausend Fahrräder verstellen bereits unkontrolliert die Innenstadtlagen) und die lokal orientierten Jobagenturen kommen gar nicht nach mit der Umbesetzung der vielen, heute im Kfz-Sektor beschäftigten Fachleute. Die soziale Belastung trägt das Land, den Nutzen schöpfen andere ab. Ja, die Nordkette und ihre Schallschutzmauer-bewährte Inntalautobahn kann einem Willi ganz schön den Blick verstellen.

 

Wenn Sie also „ausreichend“ Arbeitslose geschaffen haben werden, werden Sie sich wundern, wo diese Leute sich hinwenden werden. Sehr wahrscheinlich nicht zu den Grünen. Dazu lesen Sie die Geschichte, die sich bekanntlich wiederholt, mit immer heftigeren Konsequenzen. Reden Sie darüber mit Zeitzeugen Schirak, der soeben 80 Jahre geworden ist. Das Gespräch kann Ihren „grenzenlosen Optimismus“ vielleicht wieder in geordnete Bahnen leiten. Denken Sie persönlich in Ihrer grünen Mobilitätseinschätzung auch mal „andersrum“.

 

Eine Frage an Willi noch am Ende: Sportauspuffe, Luftfilter oder Getriebe sind „Fossil-Produkte“? Wenn ja, haben wir von Ihnen, Herr Willi, wieder dazugelernt. Nämlich Unfug. Daher warnen die Wirtschaftsvertreter vom Schlag eines Schirak vor Leuten wie Ihnen, die Populismuskraft statt Hirnschmalz einsetzen, um die Welt zu verbessern.


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