Ohne technische Nachrüstungen, um bei den Schadstoffen herunterzukommen, will es die Politik nicht bewenden lassen. Das „österreichische Akut-Paket“ mit Ökoprämien sowie Gutschein-Anreizen für den Umstieg auf einen umweltfreundlicheren Wagen, so steht es im gemeinsamen Pressepapier von Verkehrsminister Jörg Leichtfried und Importeurssprecher Günther Kerle, reicht nicht, um Fahrverbote in Städten zu verhindern.

 

Die Grünlobby pocht auf ihr Recht auf saubere Luft in Ballungsräumen und beginnt bereits mit eigenen Messungen in Fußgängerzonen (!), um die Luftbelastung durch Autoabgase zu messen. Der Wahlkampf schaltet jede Logik aus und die allseits uns beistehenden Gewerkschaften schauen zu, wie dabei Arbeitsplätze gefährdet werden. In Deutschland stehen über 40 und in Österreich mindestens 3 Ballungsräume im Bannstrahl der Anti-Diesellobby.

 

Die zuständigen Minister, ausgehend vom Autoland Deutschland, warnen Verbraucher davor, jetzt noch Diesel mit der aktuellen Euro 6-Norm zu kaufen, nur das Angebot mit neuen Euro 6d-Motoren sei zukunftssicher. Die Botschaft gilt dem Verkehrsminister und der Autoindustrie. Beide sollen sich endlich auf Hardware-Nachrüstungen einlassen. Nur dann seien Euro 6d-Diesel vor Fahrverboten sicher und damit weiter verkäuflich.

 

Eines hat die Politik bereits geschafft, nämlich die arbeitskräfteintensive Autoindustrie zu vergiften. Ideologische Eigeninteressen verstellen den Weg zur Normalität und öffnen professionellen Streitern mit ihrem Sammelklagen-Mechanismus den Weg zur Verteuerung unserer Lebensumstände. Volkswagen & Co. soll nichts anderes übrig bleiben, als sich in der öffentlichen Meinung demütig zu verhalten.

 

Das könnten die im Vorstand vertretenen Gewerkschafter übernehmen, dem Problem in tiefer Verbeugung ihre Referenz zu erweisen. Währenddessen kämpfen die Autohändler an der Kundenfront mit anderen Problemen. Die ab Euro 5 abwärts definierten Dieselautos, Stein des Anstoßes, sind mit keiner Prämie zu ködern, dieser Klientel fehlt schlicht das Geld zum Fahrzeugwechsel. Und: Trotz des Lügendesasters à la Marke Volkswagen halten im Großen und Ganzen die Fahrzeughalter den VW-Marken die Treue. Sind sie doch im Wiederverkaufsfall immer noch attraktiver als andere Marken. Und eines können sich die Wolfsburger sicher sein: An einem Strang zieht die Autowirtschaft nie! Allenfalls drohende Fahrverbote können an dieser Haltung etwas ändern. •