Demnach erwarten 64 % der Befragten, dass die Diskussion um das mögliche Ende von Verbrennungsmotoren eine unmittelbar negative Auswirkung auf den Wiederverkaufswert ihrer Fahrzeuge hat. Auch die Inhalte der Debatte finden wenig Zustimmung: 68 % halten ein Auslaufen der Verbrenner-Technologie ab 2030 für unrealistisch. 73 % wollen, dass die Politik lieber Zielwerte – etwa für Abgase – und nicht die Antriebsart selbst vorschreibt. 58 % wollen ihre bestehenden Fahrzeuge unbeschränkt weiternutzen und -verkaufen können.

 

Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung: „Egal welche Rahmenbedingungen für Autos die Politik letztlich festlegt, es braucht hier und heute eine Weiterfahr-Garantie für Bestandsfahrzeuge. Ansonsten droht Wertvernichtung in Milliardenhöhe für Konsumenten."

 

Auch die Diskussion über zu hohe NOx-Emissionswerte bei Dieselfahrzeugen sorgt für Verunsicherung unter den österreichischen Autofahrern – allerdings weniger stark als die Debatte über ein mögliches Ende für Verbrennungsmotoren. So halten 61 % der österreichischen Autofahrer die aktuelle Diskussion über die Abgaswerte von Diesel-Pkw für übertrieben, 27 %  sind verunsichert.„Die meisten davon trauen den Aussagen der Autohersteller nicht mehr, machen sich einerseits Sorgen um die Umwelt bzw. Luftqualität und fürchten andererseits Fahrverbote sowie einen geringeren Wiederverkaufswert für ihre Diesel-Fahrzeuge“, so Wiesinger.

 

Darüber hinaus hat der ÖAMTC beim verpflichtenden VW-Rückruf vor und nach der Umrüstung Autos der Abgasklasse Euro5 getestet. Zwar seien, wie der Autofahrerklub mitteilte, die Ziele erreicht, doch habe der ÖAMTC bereits damals darauf aufmerksam gemacht, dass der NOx-Ausstoß durch das Software-Update nur geringfügig sinke.

 

„Bei unseren Tests auf der Straße ist der NOx-Wert zwar bei Überlandfahrten im Schnitt um 14 % gesunken, in der Stadt aber um 6 % gestiegen. Wie viel ein Software-Update bringt, hängt vom Fahrzeug und der Belastung ab“ wie ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel sagt. Er bezweifelt, dass bei Fahrzeugen ohne SCR-Systeme eine Reduktion der NOx-Werte um 25 % allein mit dieser Maßnahme möglich ist: „Die ideale Lösung wäre die Nachrüstung mit einem Selective Catalytic Reduction-System (SCR) samt AdBlue-Einspritzung.“

 

„Der nachträgliche Einbau eines SCR-Systems brachte bei den ÖAMTC-Tests eine Verringerung des NOx-Ausstoßes um 90 %“ so Eppel. Der ÖAMTC-Techniker räumte allerdings ein, „dass diese Lösung viel Platz braucht und technisch nicht bei jedem Fahrzeug machbar ist“.