Stuttgart, Geburtsstadt des deutschen Automobils: Aus dem Tunnel ergießen sich täglich die Fahrzeugmassen in den Talkessel am Neckar und der Sulm und machen alles krank und kaputt. Folgt man den Ausführungen in den Medien, herrscht an verkehrsneuralgischen Punkten der Tod. Längst müssten sich statt der Zulieferindustrie massenweise Sargtischler etablieren, die die vielen, vor allem vom Diesel, hingerafften Leichen gleich vor Ort für die Ewigkeit kleiden – ein neues und lukratives Geschäftsfeld für die Hersteller wäre im Entstehen.

 

Leider kann man die Behältnisse – neudeutsch auch Never-Comeback-Container – nicht leasen, weshalb die Konzerne diese ultimative Erlösquelle noch nicht erschlossen haben. Dabei ist ein Sarg Grundvoraussetzung für jede Form einer Bestattung. Das Geldgrab ist geschaufelt, die Billionen an Scheinumsätzen zu Kränzen geflochten, womit wiederum die Milliardensummen an Strafzahlungen zugedeckt werden.

 

Auf der Gegenfahrbahn rollt in voller Geschwindigkeit ein Lehman-Desaster heran, wie das 2008 infolge der Finanzkrise geschehen ist, vermuten Defätisten, gemeinhin als mutlose Miesmacher bezeichnet. Macht alles nichts. Die Aktienkurse steigen, bis sie der irdischen Realität aus den Augen entschwunden sind. Zurück bleibt das Entsetzen. Natürlich ist das alles Humbug, denn Deutschland hat ja Kanzlerin Angela Merkel, die geradezu täglich zumindest online in den SPIEGEL schauen kann, um den nahezu ausschließlich und global von der Autoindustrie betriebenen „Massenmord“ berichtet zu bekommen.

 

Störend begleitet wird dieser Ansatz nur von aufkeimender Kriegsrhetorik. Man müsse wieder aufrüsten, penetrieren exakt die gleichen Medien, da die Amis uns und unser Europa nicht mehr schützen wollen. Unerhört ist dieses Trump-Regime! Das zuliebe des Völkerfriedens strapazierte Bibelzitat „Schwerter zu Pflugscharen“ bekommt rasch eine neue, sich wandelnde Bedeutung. Ob sich die Militärs von der Grünlobby ihr Tötungsgerät umweltfreundlich elektrisch ausrüsten lassen, hat von den sensationslüsternen Aktivisten noch niemand hinterfragt. Schließlich gibt es ja aus früheren Kriegszeiten das Waffenrad, jetzt halt mit Batterieantrieb. Eine Skulptur von „Schwerter zu Pflugscharen“ schenkte in den 1980er-Jahren die Sowjetunion der UNO in New York.

 

Inzwischen ist der sozialistische Realismus an den Regeln des Weltkapitalismus verblichen. Jetzt beginnt sich dieser Leichengeruch über unsere Kapitalwirtschaft zu legen. Für Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit der Entwicklung, dem Bau, dem Verkauf oder der Reparatur von Fahrzeugen verdienen, sind das keine optimistischen Aussichten.

 

Uns in Österreich kann das alles egal sein, Hauptsache „a schöne Leich“ gibt es und danach den Leichenschmaus.

 

Bis zum herbeigeredeten Exitus der Menschheit werden Optimierungsexperten versuchen, in die roboterisierte Autofertigung gleich einen Sarg zu integrieren. Ein Platzerl neben dem AdBlue-Tank für unsere automobilen Menschenreste wird sich einrichten lassen! •