Während der Absatz von Benzin laut FVMI leicht rückgängig gewesen sei, habe der Dieselabsatz den Trend der Vorjahre fortgesetzt und sei weiterhin gestiegen. Der Heizöl- und Bitumenverbrauch ging laut Markteinschätzung zurück, der Absatz von Flugturbinentreibstoff nahm leicht zu.
Im 1. Halbjahr 2017 betrug der Verbrauch von Benzin und Diesel in Österreich etwas über 4,1 Mio. t. Dies ist einem Anstieg von 3 % zum Vorjahr gleichzusetzen. Umgerechnet entsprach das dem Absatz von circa 5 Mrd. l Kraftstoff, die sich auf etwa 1 Mrd. l Benzin und 4 Mrd. l Diesel aufteilten. Der um 1 % minimal gesunkene Benzinverbrauch steht einem Anstieg des Dieselabsatzes um 4 % gegenüber.
„Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die Zukunft der Dieselautos ist der Anstieg des Dieselverbrauchs eine interessante aber auch erklärbare Entwicklung“, so Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI). „Aufgrund der politisch ungünstigen Rahmenbedingungen in einigen Ländern rund um Europa sehen wir einen Anstieg der Europa-Urlaube mit dem eigenen Auto – und das bei einem hohen Dieselanteil bei Pkw.“ Der steigende Kraftstoffabsatz von Diesel wird jedoch nicht nur durch veränderte Urlaubspräferenzen und den generell wachsenden Tourismus hervorgerufen. Auch die positive Wirtschaftsentwicklung leistet ihren Beitrag. So steigt etwa durch die zunehmende Beliebtheit von Bestellungen im Internet das dadurch bedingte Transportaufkommen und somit der Absatz von Dieselkraftstoff.
Zum Vorjahr unverändert wurden etwa 57 % des Dieselkraftstoffes über die 2.670 öffentlich zugänglichen Tankstellen verkauft, während 43 % im Commercial-Geschäft bei Großkunden vertrieben wurden. Benzin wurde hingegen, wie in den Jahren zuvor, zu fast 100 % über den Tankstellenmarkt an die Kunden abgegeben. •
