Ob sich Verteidigung mit E-Mobilität und Fahrrädern bewerkstelligen lässt, ist eine andere Betrachtungsweise. Vermutlich wird Amazon anstelle der U.S.-Army das Kriegsgut transportieren – und das strategisch gleich frei Haus. Aber bis dahin haben wir noch Zeit, denn zunächst muss sich die Auto-Nation Deutschland selbst zerstören. Der Kollateralschaden trifft dabei auch gleich Österreich, denn bis dato lieben wir Automobile „Made in Germany“ über alles, wie uns die Zulassungsstatistiken beweisen.

 

Wann dämmert den Journalisten, dass es so auch nicht weitergeht? Wann kehrt Einsicht ein, wenn schon nicht in der Sache, dann zumindest aus Respekt vor den Lesern, die nicht gerade jauchzend auf Luftverschmutzung, Fahrverbote und Wertverlust ihrer Autos reagieren?

 

Wenn wir, nichts verantwortend-müssende Redakteure, von den Konzernbossen Demut einfordern, dann ist das auch bei uns angebracht. Alles nur besser zu wissen, schlecht zu schreiben und sich dabei vor den politischen Karren spannen zu lassen ist ein Grundübel heutiger Zeit.

 

Diese unverblümte Nähe zur Kriegsrhetorik macht mich bange. Keine Instanz reagiert darauf, zu abgestumpft ist inzwischen die Bevölkerung vom täglichen medialen Dauerbeschuss via Internet. Schließlich darf ja jeder mittun, solange es den Mächtigen passt. Noch!

 

P.S.: Die Autobranche hat die Hände im Schoß, ärgert sich maximal am Stammtisch, tut aber nichts. Schließlich könnte Solidarität zur Wahrung ihrer Rechte ja dem Wettbewerber vis-à-vis einen Vorteil bringen. Die Gier, die Gier... •