Deutschlands Autobauer stehen wegen der umstrittenen Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge mächtig unter Druck. Volkswagen, Daimler und auch BMW geben sich in dieser Frage stumm, zu sehr stinkt ihnen der Harnstoff gegen den Moralhimmel. Faszinierend ist, dass Opel und Ford mit ihren Dieselfahrzeugen so überhaupt nicht von diesem Ramasuri – altwienerisch für Chaos, Getöse, Durcheinander – betroffen zu sein scheinen. „Der Spiegel“ hat sie überhaupt nicht auf dem Radar ihrer Enthüllungen. Bosch sowieso nicht, obwohl die Schwaben in der Motorenelektronik nahezu überall ihre Technik im Spiel haben.

 

Nun hauen die deutschen Medien auf ihre Paradeindustrie ein, ohne ganzheitlich zu hinterfragen, wie breit gefächert der Teilnehmerkreis wirklich ist. Seat, Škoda, natürlich die laut Betriebsratsjargon konzernintern von Audi „betrogene“ Porsche AG, alle verwenden sie baugleiche Aggregate. Viele Triebwerke „verpesten“ unter den Hauben anderer Marken die Luft, Asiaten sind davon nicht ausgeschlossen. Jetzt wird Wahlgetöse betrieben, Sachlichkeit wird klein geschrieben.

 

Gespart haben sie bei den Harnstofftanks. Wäre ohne Kostenspekulation der Harnstoff fair verwendet worden, bliebe diese Substanz geruchlos in Verwendung. Jetzt stinkt die Sache wie faule Eier. Es ist alles eine Frage der Reinheit im Umgang mit dem Produkt. •