Im Juli und August ist Urlaubszeit, keine Frage. Jedem sei diese Auszeit vergönnt. Bei unserer redaktionellen Arbeit, die speziell in diesen Monaten besonders herausfordernd sein kann, würden wir uns über eine gewisse Erreichbarkeit freuen. Dass Aussendungen oftmals nicht mehr von den nationalen Presseverantwortlichen verschickt werden, sondern von den Zentralen, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Als Ansprechpartner werden dann aber doch die österreichischen Mitarbeiter angegeben, professionell mit Foto, Festnetz- und Handynummer.
Also greife ich bei der nicht uninteressanten und für den österreichischen Markt relevanten Aussendung eines französischen Herstellers mit 2 – genau genommen schon 3 – Marken zum Hörer, um noch ergänzende Infos zu erfragen: Es läuft die Mailbox, die Person ist nicht erreichbar, unter beiden Nummern nicht. Kein Problem, es gibt ja noch die Zentrale: Also wird die Nummer ohne Durchwahl gewählt. Nach freundlicher, auch französischer Begrüßung folgt der mehrstufige Kampf gegen die digitale Vermittlung. Das gleicht einem Lottospiel, hoffentlich wähle ich die richtigen Ziffern: Nein, will ich kein COC-Papier anfordern und auch die Finanzierung meines Autos ist kein Thema. Zum Schluss entscheide ich mich noch für eine Marke und drücke die „3“. Offenbar nicht entschlossen genug, denn die Ansage ist erbarmungslos: „Sie haben keine Entscheidung getroffen. Auf Wiedersehen.“ Ernüchterndes Ergebnis nach einem Zeitaufwand von 1:09 Minuten!
2. Versuch: Diesmal drücke ich die richtigen Nummern, überstehe die elektronische Vermittlung und – nach einer weiteren Warteschleife – meldet sich auch eine nette Dame, der ich mein Anliegen erkläre. Sie bestätigt, dass ich offenbar in Deutschland gelandet bin: „Die Zentrale hat zu uns umgeleitet!“ Wie? Sind denn in Wien alle auf Urlaub? „Wir sind auch für die Schweiz zuständig .... und für Österreich.“ Okay, gibt es denn eine Stellvertretung oder jemanden aus dem Marketing, der mir bezüglich der Presseaussendung weiterhelfen kann? Mehrmals versucht sie mich irgendwo in die österreichischen Importeurbüros zu verbinden. Erfolglos! Offenbar ist es unmöglich, am Donnerstagvormittag in der Wiener Import-Niederlassung jemanden zu erreichen. Ob sie mir eine Durchwahl geben könne, damit ich es selber später noch einmal versuchen kann. Das dürfe sie leider nicht. „Ich werde einen Rückruf ausrichten“, so die einzig verbliebene Lösung. Zurückgerufen hat bis zum Erscheinen dieses Artikels freilich niemand. Dauer des Telefonates übrigens 8:21 Minuten, Ergebnis 0!
Da ich selbiges schon befürchtet habe, sende ich parallel noch eine E-Mail an den Ansprechpartner, der uns zur topaktuellen Presseinfo noch Auskünfte geben können soll. Automatische Antwort: „Ich befinde mich bis 7. August im Urlaub, sodass ich Ihre Nachricht derzeit leider nicht beantworten kann. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer!“ Wie gesagt, es sei ihm vergönnt. Aber diese Information hätte uns die Mailbox oder eine informierte Person am Telefon ja bereits geben können. Vielleicht hätte sich die Presse-Zentrale darüber kundig machen können, dass der „Ansprechpartner“ in diesen Wochen gar nicht ansprechbar ist? In jedem Fall hätten wir uns einiges an Zeit erspart.
Wie sind Sie mit der Erreichbarkeit Ihres Importeurs oder Ihrer Lieferanten zufrieden? Schreiben Sie uns!•
