Immer wieder wurde das Branchenanliegen einer Ökoprämie an den unterschiedlichen Stellen deponiert. Und immer wieder wurde seitens der Politik klar gemacht, dass es für eine funktionierende Branche wie dem Fahrzeughandel keine Unterstützung braucht. Der ehemalige Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner hat sich zwar beim Linzer Autofrühling mit Begeisterung an die Verschrottungsprämie 2009 erinnert, im selben Atemzug die Chancen für eine Neuauflage aber wieder relativiert. Mitterlehner hat die Tür „Ökoprämie“ für seine Wirtschaftsbund-Kollegen ebenso verschlossen gehalten wie Parteifreund und Umweltminister Andrä Rupprechter. Dabei ist schon lange klar, dass es sich vielmehr um eine Umweltprämie denn um eine Förderung des Marktes handelt.

 

In Zeiten des Wahlkampfes kommt die ÖVP nun über eine andere Tür in dieses Thema: Das Ökosoziale Forum, das sich wie das Who is Who der Partei liest, fordert nun gemeinsam mit dem ÖAMTC eine Verschrottungsprämie. Höchst professionell und im Sinne einer guten Branchenlösung unterstützen die Interessenvertreter, allesamt Wirtschaftsbund-Mitglieder, nun diese Forderung, die – so viel ist klar – nicht mehr vor den Wahlen diskutiert werden wird. Egal: „Die Zeit ist reif“, ist Burkhard Ernst, bis zum vergangenen Jahreswechsel BGO und unermüdlicher Kämpfer für die Ökoprämie, überzeugt: „Ich freue mich, dass die Forderung durch den Turbo ÖAMTC nun noch mehr Nachdruck erhält.“

 

Am meisten profitieren Konsumenten und Umwelt. Mit einer massiven Reduktion der Schadstoffe gibt es zudem gute Argumente gegen Fahrverbote und Dieselbashing, selbst wenn der VCÖ bereits zum kollektiven Rundumschlag ausgeholt hat. Offenbar braucht es die Zeit kollektiver Unintelligenz (Zitat Dr. Michael Häupl über den Wahlkampf), um etwas Intelligentes voranzutreiben. Jetzt könnte endlich das auf Schiene gebracht werden, was von Branchenvertretern seit langem gefordert wurde: Eine Lösung, die (fast) allen etwas bringt. Gibt’s was Schöneres? •