So dürfte nicht nur die Zahl der Autoverkäufe von 92 Mio. Einheiten im Jahr 2016 um jährlich 2,7 % auf 114 Mio. Stück im Jahr 2024 wachsen; die Studienautoren erwarten auch, dass bis 2030 Hybride und Fahrzeuge mit rein elektrischem Antriebsstrang in Europa etwa 65 % aller neu verkauften Fahrzeuge ausmachen werden. Parallel dazu könnten rund 25.000 neue Arbeitsplätze bei den Automobilherstellern geschaffen werden. Grund hierfür ist die längere Arbeitszeit, die zur Montage der Antriebsstränge von Plug-in-Hybriden benötigt wird – sie liegt mit durchschnittlich 9 Stunden um 50 % über dem Wert für traditionelle Verbrennungsmotoren. Wobei diese Arbeitsplätze wieder wegfallen könnten, sobald vollelektrifizierte Fahrzeuge ab Ende der nächsten Dekade zum Normalfall werden.

 

Ohne einen Ausgleich durch den Aufbau europäischer Fertigungen von E-Fahrzeug-Komponenten könnte der entsprechende Rückgang sogar sehr deutlich ausfallen. Allein bei den europäischen Autoherstellern – also ohne Zulieferer – könnte die Beschäftigtenzahl in der Montage der Antriebsstränge beträchtlich unter das heutige Niveau von 110.000 gedrückt werden.

 

„Eine der größten Herausforderungen der Automobilindustrie ist es weiterhin, die enorme Last der erforderlichen Zukunftsinvestitionen zu stemmen – in elektrische Fahrzeuge, Vernetzung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen – und dabei auf die ‚richtigen Karten‘ zu setzen – sei es in der Allokation beschränkter Investitionsbudgets oder in der Auswahl externer Partner“, erklärt Jens Haas, Managing Director bei AlixPartners: „Dazu ist eine flexible Fertigungsstrategie erforderlich, die es ermöglicht, die mittelfristige Hybrid-Phase zu bewältigen und gleichzeitig einen flexiblen Übergang in die rein elektrische Zukunft zu gewährleisten.“ •