Unter dem Dach von European Tyres Distribution Limited/London, einer Portfoliokonstruktion von Bain Capital Private Equity, soll der größte herstellerunabhängige Reifenanbieter in Europa entstehen. Im März 2017 wurde die italienische Fintyre übernommen. Dadurch wird der Spielraum familiengeführter Reifengroß- und Einzelhändler weiter dezimiert und es darf vermutet werden, dass demnächst auch der eine oder andere österreichische Familienbetrieb den Weg von Reiff gehen könnte.

 

Mit seinen verschiedenen Marken will man sowohl im Einzel- als auch im Großhandel der Industrie auf Augenhöhe begegnen, weiterwachsen und für Kunden und Lieferanten ein noch leistungsstärkerer Partner werden. Dies gilt für alle Produktgruppen vom Motorrad- bis zum EM-Reifen und für alle Dienstleistungen von der Reifeneinlagerung bis zum Autoservice. Hinsichtlich der weiteren Internationalisierung des Reifenbereichs stellt die neue Konstellation aus europäischer Perspektive die bestmögliche Wahl dar, sagen Finanzanalysten. Die Reifenindustrie verhält sich zu dieser auch für sie gefährlichen Entwicklung auffällig zurückhaltend, was zu weiteren Spekulationen führt, selbst hinter diesem Trend zu stehen.

 

Nach über 90 Jahren trennt sich Reiff von seinem Lebenswerk – einem Familienunternehmen mit 4 Auslieferungslagern und 49 Outlets – um sich künftig nur noch auf den Technischen Handel und die Elastomertechnik zu konzentrieren. •