„Obwohl der Bürgermeister Anfang Mai angekündigt hat, dass man sich die Oberflächengestaltung beim umstrittenen Projekt am Getreidemarkt noch einmal anschauen werde, wurde seitens Dr. Michael Häupl in der heutigen Sitzung des Gemeinderates verkündet, dass er das Konzept von Stadträtin Mag. Maria Vassilakou mittragen wird. Die kritische Haltung von Häupl hat offensichtlich nicht einmal einen Monat lang gehalten. Die SPÖ macht sich erneut zum Erfüllungsgehilfen der Grünen in der Verkehrspolitik“, so ÖVP Wien-Klubobmann Manfred Juraczka. Er kritisiert weiters, dass „sinnvolle Alternativ-Vorschläge des ÖAMTC von der Stadt ignoriert werden“.

 

Häupl argumentierte, dass er sich das Projekt noch einmal angesehen und besprochen habe. „Sämtliche mögliche Varianten seien analysiert worden, der vorliegende Plan sei der schlüssigste. Am ehesten sehe er, Häupl, noch Optimierungsbedarf bei der Ampelschaltung – insgesamt trage er das Konzept der Verkehrsstadträtin aber mit“, informiert der Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien.

 

LAbg. Karl Baron (FPÖ) mutmaßt in einer Aussendung, dass sich Häupl von Vassilakou habe „einkochen“ lassen, um „den angeschlagenen Koalitionsfrieden vorerst zu retten.“

 

Enttäuscht zeigt sich der ÖAMTC über „die Unterstützung der SPÖ für Stau-Stadträtin Vassilakou“ und wittert einen „Kuhhandel“. „Unterstützung für das Investorenprojekt Heumarkt durch die Grünen und im Gegenzug die Zustimmung der SPÖ zum Stau-nach-Plan-Projekt am Getreidemarkt", glaubt ÖAMTC-Interessenvertreter Dipl.-Ing. Bernhard Wiesinger. „Diese Vorgangsweise ist unverständlich, denn am Heumarkt geht es um ein Immobilienprojekt und die Glaubwürdigkeit gegenüber einem einzelnen Investor, während am Getreidemarkt täglich über 25.000 Autofahrer betroffen sind.“

 

Da der ÖAMTC auf Durchzugsstraßen einen weiteren „Stau nach Plan“ befürchtet – in der Warteschleife auf Spurenreduktionen befinden sich Roßauer Lände, Universitätsstraße, Praterstraße oder Matzleinsdorfer Platz –, werden unter www.staunachplan.at weiter Unterschriften gesammelt. Bisher haben über 6.200 Wiener unterschrieben. •