Alles ist bei der erfolgsverwöhnten BMW AG auf den Punkt optimiert und dann kann Bosch, ausgerechnet der global erfolgreiche Zulieferriese Bosch, BMW nicht ausreichend zum Beispiel mit Lenkgetrieben beliefern. Normalerweise entfacht das einen Sturm der Entrüstung, geht es neben Imageverlust doch um gehörige Summen Geld. Nicht so in München und Stuttgart!
In München, Leipzig und im chinesischen Werk Tiexi sei mangels ausreichender Teileversorgung die Produktion heruntergefahren worden. Im südafrikanischen Rosslyn, wird BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann zitiert, würden deshalb die herbstüblichen Wartungsarbeiten vorgezogen.
Interessant!
In einem Monat beginnen bei uns die Sommerferien und die Werke schließen für ein paar Wochen. Just in diesem Zeitraum will man den Produktionsausfall kompensieren, obwohl die Ausfälle umfangreicher seien und länger dauern als erwartet. Mehrere tausend Fahrzeuge wurden nicht produziert, räumt BMW ein, dennoch sollen Kunden nicht länger auf bestellte Autos warten müssen.
Sehr interessant!
Im Umkehrschluss darf das auch Produktionsanpassung auf stagnierende Kundennachfrage heißen. Natürlich wird das in der konzerneigenen Wahrnehmung als ungeheuerlich abgetan werden. Die „Ausfälle durch Zulieferer“ werden zunehmen und auch die Begründungen dafür. Was davon wahr ist und was nicht, filtern immer mehr die Menschen, denen der Verkehrsraum für ihr Auto genommen wird. Wozu sich ein Auto halten, wenn man es – politisch gewollt – ohnehin nur eingeschränkt individuell nutzen oder leisten darf.
Wer Transparenz scheut, setzt sich diesem Verdacht aus, unanständig zu handeln. Schön, dass wir bei diesem intransparenten Schauspiel der Automobilgiganten dabei sind. •
