Univ.-Prof. Dr. Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU Wien, bringt es in seiner Studie auf den Punkt: „Für eine Familie hätte die Einführung solch pendlerfeindlicher Maßnahmen enorme Auswirkungen. Ein Haushalt mit 2 Vollzeitbeschäftigten und 2 Kindern würde in einem der berechneten Szenarien mit über 3.000 € pro Jahr zusätzlich belastet". Besonders gravierend könnten derartige Einschränkungen des Individualverkehrs laut Kummer auch für Geringverdiener wie beispielsweise Teilzeitarbeitskräfte sein.

 

Ebenfalls dramatisch sieht Univ.-Prof. Dr. Heinrich Otruba, emeritierter Professor der WU Wien, die Folgen von Einschränkungen des Individualverkehrs für die Gesamtwirtschaft: „Die Belastung für Pendler, insbesondere durch Abgaben, würden in einem berechneten Szenario um 1,1 Mrd. € steigen“. Diese zusätzlichen Kosten würden laut Otruba aufgrund des sinkenden privaten Konsums massive Auswirkungen auf das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben. Im 1. Jahr der Mehrbelastung würde das BIP um 1 Mrd. € schrumpfen, in den Folgejahren um 420 Mio. €. Dabei seien Einflüsse auf Wohnsitzwahl, Jobwechsel und mögliche Arbeitslosigkeit noch gar nicht berücksichtigt.

 

Für Dipl.-Ing. Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC Interessenvertretung, ist klar: „Das blinde Bekämpfen des Pendelns, auch des Autopendelns, macht keinen Sinn. Weitere Belastungen für Pendler lehnen wir daher strikt ab.“ •