Andererseits verdoppelt Daimler den Gewinn, Porsche wirft den Absatzturbo an und Tesla geht bei den Börsianern sowieso durch die Decke. Aus technischer Perspektive ist das Thema Mobilität spannend wie nie zuvor. Vor lauter Gewinnern sehen viele Hersteller das lokale Marktgeschehen nicht mehr: In den Überlegungen haben sie alle Kaufkraftprobleme ausgeblendet und ihre „elektrisierende“ Zukunft fest eingeplant.

 

Beim Autohandel gibt das Geschäftsmodell längst keine ausreichenden Renditen mehr her. Die Marken nehmen es mit Gelassenheit, als verfügten sie über alle Zeit dieser Welt, statt echtem Geld weiterhin Spekulationsgewinne zu erwirtschaften. Die Firmenchefs sind längst nicht mehr Herr ihrer Konzerne. Für die Geldgeber ist der Erfolg an der Börse Gesetz.

 

Was ficht das den heimischen Fahrzeughandel an? Nichts, das Kaufmannsgesetz von Angebot und Nachfrage bleibt  außer Kraft gesetzt. Zu dumm, dass gerade jetzt so starker wirtschaftspolitischer Gegenwind herrscht. Alles rund ums Auto ist „ungesund“ und die Städte verweigern sich zunehmend aggressiv dem Verkehrszuwachs. In den ländlichen Regionen herrscht dagegen Ausverkauf. Und gerade da floriert der Autohandel.

 

Vieles im Boom-Brief der Hersteller/Importeure wirkt provokativ. Realisten erblicken längst Anzeichen wirtschaftlicher Ermüdung. Die Leute nutzen noch Mobilität, besitzen jedoch keine mehr. Konzentration ist die Antwort, und die nimmt der Masse mehr weg als sie bringt. Da bekommen die Nullen keine Ecken mehr, schon gar keine vor dem Komma!

 

Weil Ostern ist und alles voller Überraschungen, gehen wir davon aus, dass auch der April und folglich das ganze Jahr wieder aus purer Zulassungskraft wachsen kann. Kein Scherz. Es ist wie in der Religion: Ostern ist der Christen Fest der Auferstehung von Jesus Christus. Der Autowirtschaft ist die Monatsstatistik ihr Glaubensbekenntnis. Und der Glaube versetzt bekanntlich Berge.