„Wir können mit Gewissheit sagen, dass die Technologien zur Herstellung und Anwendung von Wasserstoff in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht haben und zwar nicht nur im Pkw-Bereich“, wie Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt bei Shell Deutschland und Projektleiter der Studie, sagt.

 

Schlüsseltechnologie für die energetische Nutzung von Wasserstoff ist die Brennstoffzelle; diese arbeitet deutlich effizienter als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Im Gebäudesektor werden Brennstoffzellensysteme heute schon in großem Maßstab eingesetzt. In Japan laufen bereits mehr als 200.000 Mikro-KWK-Brennstoffzellensysteme, die sowohl Strom als auch Wärme für Haushalte liefern. Im Transportsektor sei die Brennstoffzelle über den Pkw hinaus prinzipiell für alle Verkehrsmittel geeignet. Dabei weisen Flurförderzeuge (z.B. Gabelstapler) derzeit den größten Bestand an Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf. Allein in Nordamerika fahren inzwischen über 11.000 davon. Busse seien - aufgrund einer Vielzahl von öffentlichen Förderprojekten – das am intensivsten mit Wasserstoff und Brennstoffzellen in Fahrzeugflotten erprobte Verkehrsmittel. Großen Entwicklungsbedarf gebe es dagegen noch bei Schiene, Schiff und Flugzeugen.

 

Der für die Produktion von Wasserstoff wichtigste Primärenergieträger sei heute das Erdgas mit einem Anteil von rund 70 %. Das wichtigste Herstellverfahren sei die Dampfreformierung. „Für die Zukunft gehen wir davon aus, dass per Elektrolyse hergestellter Wasserstoff aus Strom aus erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle einnehmen wird“, sagt Prof. Dr. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut. In einem ambitionierten Klimaschutzszenario erwartet die Internationale Energieagentur zur Mitte des Jahrhunderts einen Bestand von 113 Mio. Brennstoffzellen-Pkw allein in den 3 betrachteten Schwerpunktregionen USA, ausgewählten Pkw-Märkten in Europa sowie Japan.

 

Wenn durch die Brennstoffzellen-Fahrzeuge Benzin-Pkw verdrängt werden, ließen sich nach Schätzung der Autoren der Studie – selbst im Vergleich zu sehr effizienten Fahrzeugen – hierdurch bis zu 68 Mio. t fossiler Ottokraftstoff sowie fast 200 Mio. t verkehrsbedingter CO2-Emissionen in 2050 einsparen. Weitere Informationen unter www.shell.de/wasserstoffstudie Ÿ