Langsam scheint man in Genf dort anzukommen, wo für die Autobranche die Wahrheit liegt. Die Messestände sind großflächiger und dennoch mit weniger Fahrzeugen besetzt. Der Besuch am Presse- und Händlertag war üppig, aber im Vergleich zu den Vorjahren mehr als überschaubar.

 

In Gesprächen mit Ausstellern und Besuchern trat eine gewisse Emotionslosigkeit zutage. Genf beherbergt Fahrzeugexoten sonder Zahl, die etablierten Marken halten sich dezent zurück. Die Emotion wird vom Spargedanken erschlagen. Eben: Autos, die man selber nicht mehr fahren muss, entwickeln auch keine Begeisterung mehr.

 

Unter diesem Aspekt wurden Pressekonferenzen abgespult, Gespräche geführt über den nächsten Sparschritt. Genf zeigt erste Auswirkungen der negativen Berichterstattung rund um das Automobil: Dieselaffäre, Opel-Verkauf an PSA und stagnierende Märkte. Genf avanciert zum Tummelplatz der Optimierer, die Heerschar der Optimierten wird größer. Jene, die sich die Reise an den superteuren Genfer See antun, suchen verzweifelt nach Wachstumslösungen und finden sie immer weniger.

 

Selbst die größten Optimisten treten dezent auf, der Kostendruck ist überall zu spüren. Die einzige Kraft der Aussteller liegt in der Ansage von ungebremstem Marktwachstum, die Realität schaut anders aus. Der Blitz hat nicht nur bei Opel eingeschlagen. Die Branche steht unter Strom, mit mehrfacher Bedeutung.

 

Was es sonst an Exponaten und Aussagen dazu vom Genfer Salon gibt, berichten wir in unseren kommenden Ausgaben von „AUTO-info4you“ und „AUTO-Information“. •