Um fast 27 % sei die Feinstaubbelastung in Wien seit dem Jahr 2000 gesunken, im Verkehrssektor sogar um 42 %. „Unsere zahlreichen Anti-Feinstaubmaßnahmen greifen, wir setzen bereits das 3. Paket in allen Verursachergruppen um und werden auch künftig konsequent weiterarbeiten“, wie Sima sagt. Faktum sei, dass nur ein Viertel des Wiener Feinstaubs hausgemacht ist. Drei Viertel kämen durch Ferneintrag nach Wien, wie die sogenannte Aquella-Studie der TU-Wien belege.
Sie beruhe auf aufwändigen Labor-Analysen und besage, dass rund 75 % der in Wien gemessenen Feinstaubpartikel an Tagen mit Konzentrationswerten über 45 µg/m³ ihren Ursprung nicht in Wien haben. Der geringe lokale Anteil an den PM10-Konzentrationen könne eindrucksvoll anhand eines Vergleichs der aktuellen Messdaten der letzten Wochen einer hochbelasteten Wiener Messstelle wie der Taborstraße und einer von lokalen Einflüssen weitgehend unbeeinflussten Hintergrundmessstelle wie in Illmitz im Burgenland belegt werden. Im idyllischen Vogelparadies ohne jegliche Verkehrsbelastung habe es annähernd so viele Überschreitungstage wie an der belasteten Messstelle in Wien gegeben und belege, dass die Belastung durch Ferneintrag entstanden sei.
„Das sind keine Ausreden, sondern Fakten, an denen wir uns orientieren“, so Sima. Die Wiener Umweltstadträtin plädiert anlässlich der aktuellen Debatten für eine Versachlichung der Diskussion und betont, dass man neue Maßnahmen nur bei Überschreitungen des Grenzwerts verordnen kann, was in Wien seit 5 Jahren in Folge nicht der Fall ist. Angemerkt hat Sima in diesem Zusammenhang auch, dass Diesel-Fahrzeuge mit Partikelfiltern ab Euro 4-Klassen weniger Emissionen verursachen als benzinbetriebene Fahrzeuge.
Die Messwerte des 17 Messstationen umfassenden Wiener Luftmessnetzes sind stündlich aktualisiert auf der Homepage www.wien.gv.at/ma22-lgb/luftgi.htm abrufbar. •
