Der aus der Goodyear-Fertigung stammende Privatebrand wird nach den Vorgaben der ESA – Die Einkaufsorganisation des Schweizerischen Auto- und Motorfahrzeuggewerbes – vom eidgenössischen Autohandel vermarktet und ist in Deutschland und Österreich lediglich durch die Techno Einkaufsgesellschaft präsent. Geschäftsführer Ernst Rohrer beziffert die Vermarktungsgröße dieser Eigenmarke um die 5.000 Einheiten.
Jetzt liegt in der Branche die Vermutung nahe, dass mit diesem Experiment Premium-Siegermarken wie Pirelli, Bridgestone, Continental, Goodyear in Preis und Qualität unangetastet bleiben, jedoch mit einer Eigenmarke wie ESA Tecar auf demselben technischen Niveau um bis zu 20 % günstiger vermarktet werden können. Dem halten Premiumanbieter in Österreich entgegen, dass der Reifen im heimischen Reifenhandel anteilsmäßig kaum eine Rolle spielt, also ESA nur in der Schweiz mit geschätzten über 300.000 Einheiten eine Reifenvermarktungsmacht darstelle. Das ist grundsätzlich richtig, wirft aber auf die Preiserhöhungskampagnen der Reifenhersteller ein schiefes Licht. Denn wer sagt denn, ob nicht auch Point S und andere Einkaufsgruppierungen rascher als geplant zu dieser Methode greifen und so in rückläufigen Absatzmärkten jede ventilierte Preiserhöhung ad absurdum führen könnten. Eines ist klar: Die Premiumreifen-Anbieter patzen sich nach außen die Bruttopreise nicht an, auch wenn sie netto billiger werden.
Übrigens deklariert sich die ESA als Selbsthilfeorganisation für den Import von Reifen für den Autohandel. Ein Reifentest ist kein rein technischer Leistungsausweis mehr, vielmehr verbirgt sich dahinter die online-dynamisierte Vermarktungskultur.
