Wolfgang Fellner, ansonsten ein durchaus kritischer Zeitungsmacher, nimmt die vom heimischen Autohandel kolportierten Neuzulassungsergebnisse zum Anlass, in neue motorbezogene Presseprojekte zu investieren. Er ist dafür auch bereit, seine Berichterstattung danach auszurichten, wie er vor Vertretern von Importeuren und Kfz-Handel kundtat. Gegenüber Verkehrsministerin Doris Bures vertrat er die Meinung, dass die Kfz-Branche zur Durchsetzung verkehrspolitischer Projekte an einem Strang ziehe. Mit Genugtuung nehme „Österreich“ zur Kenntnis, dass die öffentlich so sehr vorgeführte E-Mobilität zur flächendeckenden Wirksamkeit noch einen sehr langen Weg vor sich habe und der Verbrennungsmotor sicherlich noch einige Jahrzehnte Alleinstellung haben werde. Immer wieder erstaunlich, welche Erwartungshaltung Jubelzahlen auszulösen imstande sind.
Alternative Antriebsszenarien beleben zwar die Sinne, aber noch lange nicht die Wirtschaft. BGO Komm.-Rat Burkhard Ernst warnte von der gegenwärtigen Glorifizierung von E-Mobilen und selbst Bures hat nicht einmal privat vor, einen Opel Ampera anzuschaffen, der mittels Range Extender im Betrieb bereits eine passable und serienreife CO2-Bilanz herzeigen kann. Der Preis ist wohl noch zu heiß.
Bei Fellners Editors Dinner waren die Beteiligten bemüht, Emotion von Experiment zu trennen. Die Branche doch dem Realszenario verbunden, deponierte bei der Politik den Wunsch, die rd. 1 Mio. Altfahrzeugbestände mit EURO-0 bzw. EURO-1-Motorisierung politisch motiviert mittels einer Umweltprämie von den Straßen zu bekommen, wie Einzelhandelssprecher Komm.-Rat Ing. Josef Schirak sagte. Garniert mit Sicherheitsthemen wie der Vorschlag zur Wiedereinführung des jährlichen Prüfzyklus – deponiert von BIM Komm.-Rat Friedrich Nagl – trat die Verkehrsministerin wunschbeladen ihren Heimweg an. Mazda-Austria-Chef Günter Kerle, der manche Werbelinie seiner Händler mit „Österreich“ kritisch beäugt, bemängelte in seinem Statement einerseits fehlende Objektivität von Politik und Presse in Bezug zur Mobilität und übte Kritik an der unübersichtlichen und kräfteraubenden Steuerberechnungspraxis.
