Im Rausch des Erfolgsdruckes erzeugt das den besonderen Kick und die Grenzen des guten Geschmacks verschwimmen schnell. Zum Beispiel gründet die Gattin eines Zustellers einer namhaften international bekannten Organisation eine eigene Firma zum lokalen Vertrieb von Autoverschleißteilen und der Gatte erledigt die Zustellung. Einmal für seinen Arbeitgeber und einmal für die Firma seiner Frau. Die Teile stammen aus einer Quelle. Noch dazu sind die Einkaufspreise der Pfuscher vielfach nicht mehr von den Kfz-Werkstattbetreibern zu unterscheiden. Klar, weil ja traditionell auch Kfz-Werkstätten selbst nicht frei vom Vorwurf der Schwarzarbeit sind.
Da jedoch der Anteil des Teilehandelsgeschäfts mit Pfuschern oft weit über den kolportierten 15 % liegt, will (kann?) sich im preisgetriebenen Umsatzstreben nahezu keiner der Lieferanten dieser Käufergruppe entziehen. Nun ist es nicht unsere Aufgabe, Täter namentlich zu outen, jedoch sollte ein Preisunterschied zwischen legalen und privaten Besorgungen für Servicearbeiten existieren. Die Gier öffnet offensichtlich Grenzen, die jede Geschäftsmoral abtöten. Der uns bekannte Fall ist ein besonders dreistes Modell zur Beugung von Geschäftsinteressen über die Köpfe lauterer Gewerbevertreter hinweg.