„1 Carsharing-Auto kann 8 Pkws ersetzen“, begründet die grüne Vizebürgermeisterin Mag. Maria Vassilakou ihr Vorhaben. Derzeit führe man Gespräche mit mehreren Anbietern, die mit zwei Unternehmen bereits so weit gediehes seien, dass man mit einem Start im kommenden Frühjahr rechne. Dem Vernehmen nach kommt neben Denzel Mobility, dem bislang einzigen Carsharing-Unternehmen in Österreich, vor allem „Car2Go“ von Daimler als Anfangspartner infrage. Bei Denzel bekundet man jedenfalls seit Längerem Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit, zumal sich die Nutzerzahlen in den vergangenen Jahren eher seitwärts als rasant nach oben entwickelt haben. Derzeit kommt das Joint Venture mit dem Schweizer Spezialunternehmen Mobility auf 250 Fahrzeuge und 11.000 registrierte Kunden, davon rd. 8.000 in Wien.
Beim VCÖ, dessen jüngste Studie Vassilakou als Argumentationsbasis dient, ist man jedenfalls von den Potenzialen des Carsharings überzeugt: Bundesweit gebe es rd. 120.000 potenzielle Nutzer, denn bis zu einer Jahresfahrtleistung von 12.000 km sei das „geteilte“ Auto günstiger als ein Privatfahrzeug. Um die für die Nutzung entscheidende Zahl an Standorten zu erreichen, schlägt der VCÖ die „Umwidmung“ vorhandener Parkplätze vor – eine Forderung, die angesichts des ohnehin knappen Parkplatzangebots bereits heftige Kritik von anderen Kommunalpolitikern hervorgerufen hat.
Wenn der VCÖ mit seinen Thesen recht behält, müssen sich die Kfz-Betriebe in der Bundeshauptstadt jedenfalls auf härtere Zeiten einstellen: Der Wiener Pkw-Bestand würde, so die Studie, bei flächendeckendem Carsharing nämlich um 10.000 Fahrzeuge sinken. Schon bisher sei eine Reduktion um 900 Autos zu verzeichnen gewesen.
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