„Die Staus, die wir derzeit erleben, ergeben sich daraus, dass im Durchschnitt bald jede Familie zwei Autos hat und der Pendlerverkehr stetig zunimmt“, begründete die auch als Verkehrsstadträtin fungierende Grün-Politikern korrekt die Ursache des Mobilitätsdilemmas. Ihre Lösungsansätze reichen vom forcierten Radverkehr, besseren Park-and-Ride-Konzepten und bedarfsgerechteren öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zu „neuen Konzepten in der Parkraumbewirtschaftung“ (sprich höheren Abgaben in mehr Bezirken) und „Investitionen in den Ausbau der E-Mobilität“.
Dennoch ist das Elektroauto, zumal im Privateigentum, für Vassilakou nicht die bevorzugte Lösung. Warum? „Ein Elektroauto ist immer noch ein Auto“, so die Antwort, die von der grundlegenden Ablehnung des Individualverkehrs zeugt: Förderungswürdig sind für Vassilakou nur Carsharing und andere Konzepte, die auf die gemeinschaftliche Mobilität hinauslaufen.
Keine Frage: Weniger private Autos bedeuten vordergründig weniger Staus. Doch wie passt das zu den Lebensrealitäten mit weit voneinander entfernten Wohn- und Arbeitsplätzen, unregelmäßigen Arbeitszeiten und fragmentierten Familien? Wo bleibt – ideologisch gefragt – der wichtigste Wert unserer Gesellschaft, die individuelle Freiheit?
Aus Sicht der Autobranche willkommener war zweifellos die Zusage von Vassilakou, vorerst keine mit Umweltbedenken begründeten Fahrverbote zu forcieren. Stattdessen werde man sich auf eine diesbezügliche Machbarkeitsstudie mit Ergebnissen in rund zwei Jahren beschränkten: „Diese Maßnahmen wird es aber nur dann geben, wenn die derzeit gesetzten Maßnahmenpakete nicht ausreichen.“
Gastgeber Engert unterstrich unterdessen den Einsatz seines Unternehmens in Sachen Elektromobilität. Manche Autobauer würden sich dagegen übermäßig zögerlich zeigen, um die unweigerliche Umstellung auf E-Fahrzeuge möglichst hinauszuzögern. Die Politik sei „gefordert, über Lippenbekenntnisse und einzelne Pilotprojekte hinaus aktiv zu werden“.



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