Was Erste-Bank-Chef Andreas Treichl mit seiner Kritik an der Politik zum Ausdruck bringt, ist richtig und nur außergewöhnlich, weil es aus ungewohnter Umgebung kommt. Gegenwart und Zukunft mit den zahlreichen positiven Dimensionen und Chancen zu gestalten, muss auch unser Auftreten in der Öffentlichkeit prägen. Auch wir brauchen einen Treichl, der Substanz und Sinn, Wissen und Werte, Tradition und Temperament, Leidenschaft und Lebenslust in die Öffentlichkeit trägt.
Basis sind natürlich 125 Jahre motorbetriebene Mobilität. Gerade in einer Zeit, in der Mobilität sowohl existenziellen Gefahren als auch einem weltweit immer lauter aufheulenden Chor von Hetze gegenübersieht, kann die Wirtschaft nicht schweigen.
Damit kein Irrtum aufkommt: Kritik an der Politik der Regierung(en) wird auch von den Freunden der Mobilität selbst geäußert. Aber wer diesem Wirtschaftszweig seine Existenzberechtigung abspricht, die Mobilität in Generalhaft nimmt, der überschreitet die Grenze des Machbaren.
Das sagen wir in Lederers Medienwelt seit Jahren und werden es weiterhin sagen, sooft es nötig ist. Laut und vernehmlich.
Was wir und die Mobilitätswirtschaft brauchen, ist Aufbruchstimmung. Mit Leuten in der Politik, die nicht aus geschützten Bereichen heraus operieren, sondern selbst dem scharfen Wind der Wirtschaft ausgesetzt sind. Dazu gehören Leidenschaft, Fantasie und Begeisterung.
Deshalb ist es Zeit, dass die Politik aus dem Schmollwinkel kommt und nicht jede Kritik gleich als Angriff auf ihr jeweiliges parteipolitisches Projekt begreift. Es zeigt sich längst, dass Parteipolitik in der realen Wirtschaft keine wirklichen Unterscheidungsmerkmale mehr besitzt und daher dem Lobbying, wie von Burkhard Ernst vorangetrieben, das uneingeschränkte Wort zu sprechen ist.