„Wir wollen verhandeln, nicht kämpfen. Aber wir sind keine Sklaven“, betonte Jaap Timmer, Vorsitzender der „European Car Dealers“. Diese Branchenvereinigung wurde im vergangenen Herbst im Rahmen der europäischen Interessenvertretung CECRA neu gegründet. Timmer und seine Mitstreiter fordern u. a. eine Ausdehnung der Handelsvertreterrichtlinie auf die Autobranche, um die mit dem Ende der Kfz-GVO verloren gehenden Schutzbestimmungen zumindest teilweise wettzumachen.
Bei der Podiumsdiskussion in Verona unterstrich Dr. Stephan Simon von der EU-Kommission, dass seine Direktion neutral agiere und sich nicht unmittelbar in den Machtkampf zwischen Herstellern und Händlern einbringe. Man sei aber gerne bereit, beispielsweise beim Ausverhandeln eines erweiterten „Code of Conducts“ als Vermittler zur Verfügung zu stehen. Hoffnungen der Händler, im begleitenden „Fragebogen“ zur Schirm-GVO doch noch eine Bestandssicherung für Mehrmarkenbetriebe vorzufinden, machte er einen Strich durch die Rechnung: Dies sei in derartigen, lediglich allgemein erläuternden Ausführungen nicht angebracht: Eine „klare und harte Linie“ werde es im Fragebogen aber bezüglich der Garantiebestimmungen geben. „Es ist wirklich interessant zu sehen, wie kreativ Autohersteller und Garantiegeber bei ihren Versuchen sein können, den unabhängigen Werkstattmarkt auszuschließen“, meinte Simon mit ironischem Unterton.
Für Österreich nahmen Komm.-Rat Mag. Dr. Gustav Oberwallner und Mag. Christoph Wychera vom Bundesgremium des Fahrzeughandels an dem Branchentreffen teil. Dieses bildet den Auftakt für den „Automotive Dealer Day“, eine traditionsreiche italienische Händlerveranstaltung in Verona. Diese widmet sich zusehends internationalen Themen und umfasst heuer erstmals auch deutschsprachige Vorträge.



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