Die Wiener SP-Umweltstadträtin Ulli Sima findet es „echt skandalös“. „Der Autobranche geht es offenbar wieder gut, viel zu gut“, meint Ihre Parteikollegin Petra Bayr. „Dass eine Organisation zum Schweigen gebracht werden soll, die Missstände aufzeigt, ist ein Skandal“, empört sich Claudia Sprinz, Sprecherin von Greenpeace. „Wer seine Hausaufgaben in Sachen Umweltschutz nicht macht und stattdessen auf benzinfressende SUVs setzt, der darf sich nicht wundern, wenn er umweltpolitisch zu den Schlusslichtern zählt“, ergänzt der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne).
Was treibt der rot-grünen Jagdgesellschaft derart den Geifer in die Mundwinkel?
Porsche Austria hat es im vergangenen November gewagt, sich gegen einen inhaltlichen Fehler in einer Aussendung des „Mobilitätsclubs“ VCÖ zu wehren: Der hatte den VW-Konzern, lt. einer EU-Studie beim CO2-Ausstoß auf Platz 12 von 14, mit der Marke VW gleichgesetzt und publiziert, diese sei schuld am schlechten österreichischen Emissionsniveau.
In Wahrheit liegt VW in Sachen CO2-Emissionen weit vorn: 2010, so die Statistik Austria, bedeuteten durchschnittlich 139 Gramm pro Kilometer nach Fiat (133 Gramm), Hyundai, Seat und Toyota (jeweils 137 Gramm) sowie Skoda (138 Gramm) und somit den 6. Platz im Emissionsranking.
Doch davon will der VCÖ nichts wissen. Stattdessen platziert er Informationen über die bereits vor vier Monaten (!) eingebrachte Klage, die lediglich Unterlassung und Widerruf fordert, in den Breitenmedien. Gleichzeitig wirbt er mit seiner vermeintlichen Opferrolle für eine Unterschriftenaktion gegen die ach so böse, ach so mächtige „Autolobby“.
In Wahrheit sind die Lobbys anderswo zu finden: Mit dem VCÖ haben sich schon viele einschlägig Verdächtige solidarisiert, mit Porsche Austria fast niemand. Wo bleibt der einheitliche Auftritt der Branche? Oder lachen manche Mitbewerber im stillen Kämmerlein, weil es gegen den größten Konkurrenten geht? Das wäre allzu kurzsichtig, denn jeder kann der nächste sein. Die Zeit ist gekommen, der hirnlosen Hetze geschlossen entgegenzutreten.
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