Der Grund ist klar. Die Musik spielt für alle zurzeit in Asien und nicht bei uns in Europa. In Genf trifft man sich mit der Zulieferindustrie und bewertet die Märkte. Europas Automarkt ist – Ausnahme natürlich Österreich – instabil, die USA erfangen sich langsam wieder und in den BRIC-Staaten ist sowieso der Teufel los – im positiven Sinn natürlich.
In diesem Wechselklima bewegt sich unser kleines feines Österreich. Im Jänner und Februar 20 Prozent Neuzulassungsplus und der junge März wird auch nicht anders, schätzen die Importeursmanager. Dazu kann man den Marktmachern nur von Herzen gratulieren. Steht also einem liberalen Verhältnis zur künftigen Vertragsgestaltung nichts mehr im Wege. Sind es doch die Händler, die die Fahrzeuge den Landsleuten erfolgreich unter ihren Hintern schieben. Auf dem Messeparkett zu Genf waren aber jede Menge Misstöne zu vernehmen, was die diesbezügliche Bereitschaft zur Vertragsbindung betrifft.
Jetzt haben Hersteller/Importeur und Handel das Kunststück zu meistern, in einem von alten Eliten durchsetzten System ein neuzeitliches Vermarktungsklima zu installieren. Ein Scheitern der Beziehung zwischen Hersteller und Autohändler kann sich die Mobilitätswirtschaft auf keinen Fall leisten. Die Chinesen haben zurzeit ihre Expansionslust eingeschränkt, zu sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt, was gleichermaßen die Inder betrifft. Mit Fortdauer installieren aber die etablierten Autobauer diesen Mächten fix und fertige Wettbewerbssysteme, mit denen sie, wenn ihre Märkte sich erschöpfen, dann auf Europa ausweichen werden. Mit Preisen und Vertriebszugeständnissen werden sie ihre Partner anlocken und sich ihr eigenes Vermarktungssystem bilden. Gut 50 Prozent der heutigen Händler sind anfällig, solchen Verlockungen nachzugeben, um zu überleben. Viele Vertreter aus den BRIC-Ländern fliegen oder fahren zufrieden in ihre Hauptquartiere zurück. Im Wissen, dass die Hersteller, Importeure und Händler sich in ihren Standpunkten festfahren, bis nichts mehr geht. Das in einer Zeitspanne von nicht mehr als 5 Jahren, wie Auguren die sich anbahnende Realität vorzeichnen.
Ein Scheitern unruhiger Vertriebsbeziehungen kann sich das System auf keinen Fall leisten.
