Umso lauter empört er sich nun über die angebliche Tatenlosigkeit der steirischen Landesregierung, die „wieder ein verheerendes Feinstaubjahr“ in Kauf nehme und damit „vor allem Kinder und ältere Menschen“ einer „massiven Gesundheitsgefährdung“ aussetzen würde.
Der „Standard“ folgte in seiner heutigen Ausgabe pflichtschuldig der ministeriellen Argumentation. Er forderte, was Berlakovich – wohl im Wissen um die mangelnde Popularität der Forderung – rhetorisch umschifft: Die „großflächige Verbannung“ von Autos aus den Innenstädten.
Dass Feinstaub nicht am Ortsschild halt macht, scheint dem „Standard“ nicht bekannt zu sein. Dass massive Verkehrsbeschränkungen in Städten wie Stuttgart nur verschwindend geringe Emissionsreduktionen erbracht haben, lässt man getrost unerwähnt. Dass der überwiegende Teil der Partikel aus Industrie und Hausbrand kommt, ebenso. Dafür macht man aus dem steirischen Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann einen „deklarierten Autolobbyisten“, der in abgrundtiefer Gewissenlosigkeit das Leben unschuldiger steirischer Kinder aufs Spiel setzt.
Zur Weltanschauung des FP-Politikers kann man mit gutem Grund geteilter Meinung sein. Seine Standfestigkeit in Sachen „Umweltzonen“ verdient Anerkennung: Vor der Landtagswahl hat er diese erwiesenermaßen wirkungslosen Populismus-Placebos abgelehnt, nach der Wahl tut er es nach wie vor.
Bleibt zu hoffen, dass Kurzmann nicht einknickt. 1.500 Jobs, so eine Studie von Joanneum Research, stehen allein in Graz auf dem Spiel. Ein Arbeitsplätze und Vermögenswerte vernichtender, auf Angstmache und Autohetze fußender „Erfolg“ darf den irrlichternden Umweltaposteln in Politik und Medien nicht gegönnt werden.
