Für Sachverständige vieler Fachgebiete ist die Fotografie von Geländeflächen, Spuren und Objekten aus der Luft eine vorzügliche Methode zur Gewinnung genauer Informationen. Bisher mussten sie sich mit Ballons, Masten oder konventionellen Modellflugzeugen begnügen. Das war mühsam und konnte sich daher in der Praxis nicht durchsetzen. Neuentwickelte Mehrrotorenhubschrauber – sogenannte Multicopter – könnten der Anfang einer vielversprechenden neuen Technologie zur Befundaufnahme sein.
„Ziel der Bemühungen war es, möglichst scharfe Fotos hoher Qualität und Auflösung aus verschiedenen Luftperspektiven zu erstellen“, erläuterte Ing. Dr. Wolfgang Pfeffer beim Fachseminar für Sachverständige und Juristen in Bad Hofgastein die neue Luftaufnahmetechnik per Multicopter. Zur Stabilisierung der Kamera auf der „Schwebeplattform“ sind mindestens vier Rotoren erforderlich. Die drei Neigungsachsen können dabei durch Variation der Drehzahl der vier Propeller gesteuert werden. „Das erfolgt automatisch durch die Software“, verweist Pfeffer auf drei Gyroskope, drei Beschleunigungssensoren und einen Luftdrucksensor. Die füttern einen Prozessor laufend mit Informationen über die Kippmomente, die Höhe und die Flugdynamik. Ein Mikrocontroller errechnet die stabilisierenden Korrekturbefehle für die Motoren.
Die GPS-Steuerung ermöglicht ein stabiles Schweben im Bereich einer vorgegebenen GPS-Koordinate. So werden nach den Ausführungen des Sachverständigen Ing. Clemens Pfeiffer auch Windeinwirkungen gut kompensiert. Lichtstarke Leuchtdioden an der Unterseite liefern der Panasonic Lumix DMC scharfe Bilder bei Dämmerung oder Dunkelheit. Die ideale Einsatzhöhe beträgt 40 bis 100 Meter über der Erdoberfläche.
„Zusätzliche Rotoren bieten eine größere Stabilität und höhere Landesicherheit bei einem Rotorausfall.“ Daher sieht Pfeffer einen Trend zu Hexacoptern und Oktocoptern, also Hubschraubern mit sechs bzw. acht Rotoren.
Er erwartet auch neue gesetzliche Vorschriften für derartige Mini-Drohnen. Damit soll der Einsatz der neuen Technologie „gewissen Personengruppen im öffentlichen Auftrag“ – etwa Polizei und Sachverständigen – künftig administrativ vereinfacht werden.