Wer oder was alles gegen das Automobil wettern darf! – Laut dem ÖBB-nahen Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wurden im laufenden Jahr 143.435 Autos von juristischen Personen gekauft, was sich dem Verkehrsclub zufolge angesichts entgangener Steuereinnahmen auch für den Staat bemerkbar machen soll. „Heuer wurden um ein Viertel mehr Pkws von Institutionen und Firmen gekauft. Bereits jeder zweite Neukauf ist ein Dienstwagen.“ VCÖ-„Experte“ Martin Blum regt sich darüber auf, dass Dienstautos zwar als Sachbezug versteuert werden, aber eine Deckelung von 600 € pro Monat besteht. „Das kommt vor allem Besserverdienenden zugute“, kläfft Blum mithilfe des ORF, „und sollte noch im Zuge der Budgetdebatte abgeschafft werden.“
Blum weiter: „Manager erhalten steuerschonend Neuwagen, während Familien und Studierende zum Teil schmerzhafte Beiträge zum Sparpaket leisten. Das stößt bei vielen auf Unverständnis.“ Dümmer geht die Argumentation wohl nicht mehr.
Der vom ORF zum Experten stilisierte Blum ortet die meisten Dienstautos (63,5 %) in Wien.
Die privaten Neuwagenkäufe sanken lt. VCÖ hingegen heuer deutlich: Männer erwarben um 9,3 %, Frauen um 13 % weniger neue Pkws. Da sind die alle Jahre wieder geschönten Neuzulassungszahlen der Importeure Wasser auf die Mühlen der Autogegner.
Das automobilhochgerüstete Österreich entblößt seine Front, besitzt kein eigenes Lobbying und verfügt nur über eine geringe Zahl von politischen Fürsprechern. Dabei stützt die Automobilwirtschaft seit Jahrzehnten den Finanzhaushalt der Regierung. Und dennoch ist man auf Hilfe angewiesen.
Längst beweisen die Hersteller, dass das von der Politik maßgeblich gezeichnete Bild vom umweltverschmutzenden Automobil nicht stimmt. Sogar die autofeindlichen Grünen reagieren gemäßigter, seit sie in Wien in die Regierungsarbeit eingebunden werden. Manche haben zwar ein Problem mit der Autopolitik, aber nicht mit der Mobilität an sich.
Deshalb ist es Zeit, dass die Autowirtschaft aus dem Schmollwinkel der internationalen Politik kommt und nicht jede Kritik gleich als Angriff auf die Mobilität begreift. Das Lobbying muss verstärkt werden, damit dem VCÖ und anderen Vorfeldorganisationen der Regierung wie etwa der AUVA langsam der Sprit ausgeht.
