Bereits auf den VW- und Audi-Chefkonferenzen im Herbst wurde u. a. ein Chart gezeigt, das die Konsolidierung und Unterstützung großer Händlergruppen ankündigte. Bekanntlich haben in Deutschland gerade die großen Ketten in den Ballungszentren mit Renditeproblemen zu kämpfen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, sollen konkret die 80 größten Händler bzw. Gruppen gestützt werden. Dies deckt sich auch mit den Aussagen von Vertriebsvorstand Christian Klingler auf dem 11. Tag der Automobilwirtschaft in Nürtingen, wo er erklärte, dass die eigenen Handelsaktivitäten nicht ausgebaut werden sollen: „Es gibt keine Strategie, das Retail-Geschäft zu stärken. Wir bekennen uns voll zum unabhängigen Markt.“
Wie sich diese Maßnahmen für die verbleibenden mittelgroßen VW- und Audi-Händler in den Metropol-Märkten auswirken werden, lässt sich noch nicht absehen. Dem Vernehmen nach soll VW Leasing eine eigene Vermietgesellschaft gründen, über die Leasingrückläufer zukünftig allen Händlern zu akzeptablen Marktpreisen angeboten werden sollen.
Unklar ist ferner, wie sich der nunmehr abgesegnete Kauf der Porsche Holding Salzburg (PHS) auswirken wird. Das erfolgreichste private Autohandelsunternehmen in Europa soll mit den VW-eigenen Retail-Betrieben verschmolzen werden. Damit entstünde ein neuer europäischer Handelsriese. Bestandteil des „asset deals“ ist auch das von PHS entwickelte Dealer Management System „DMS Cross“. Dieses soll jetzt in den Retail-Betrieben installiert werden, damit in neuer Konstellation der Retailgigant mit einem einheitlichen System arbeitet.
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