In den Jahren des Wirtschaftsaufschwungs bezahlten namhafte Firmen den Branchenvertretungen für jede noch so kleine Veranstaltung das Catering, spendeten Sachpreise, finanzierten Veranstaltungen und so fort. Inzwischen ist der Wirtschaftsaufschwung aus Europa ausgewandert, die lieb gewonnene Praxis des Kleinsponsorings jedoch in vielen Köpfen geblieben.
Die Marketingabteilungen tun sich immer schwerer, ihren Eigentümern bei der einen oder anderen Veranstaltung einen „Return on Invest“ nachzuweisen. Derlei Aktionen fallen unter „Freunde helfen Freunden“. Gekauft wird woanders.
Lange fehlte der Mut dazu, Nein zu sagen. Mit jedem Revirement an einer Firmenspitze reduzieren sich die lieb gewonnenen Einrichtungen und die neuen Herrscher über die Finanzen sagen jetzt völlig ungeniert „No“: Ohne wirtschaftlichen Nutzen kein Geld mehr!
Jetzt sollen Verlage helfen, mit ihren Kundenbeziehungen diesbezüglich Geld bei den Firmen aufzutreiben. Ohne gegenseitige Nutzeneffekte kann das nicht funktionieren und allein auf Goodwill aufgebaut lässt sich heutzutage keine noch so langjährige Geschäftspraxis weiter pflegen.
In dieser Zeit müssen auch die Funktionäre lernen, wo in Wirklichkeit die Gewichte liegen. Der Wahrheit ins Auge sehen – dazu müssen viele Funktionärsleute in diesem, unseren Lande erst einmal ihre eindimensionale Bilder produzierende Brille ablegen.
