Mit den Grünen in der Stadtregierung werden die Autojäger jetzt völlig losgelassen. Vassilakous Arbeitsressort, das just die Bereiche Verkehr, Planung und Klimaschutz umfasst, wird unserer Branche einiges zum Auflösen geben. Es werde viel Arbeit bedeuten, warnte sie, auch für die grünen Funktionäre in den Bezirken – etwa wenn es um die Schaffung weiterer verkehrsberuhigter Zonen gehe.
SPÖ-Grande Michael Häupl, mit Unterstützung der Grünen weiterhin Wiens Bürgermeister, lässt also aus „Phantasten Realisten“ werden, die Automobilität in Wien um weitere 30 % zurückdrängen wollen. Bezahlt von den Steuern, die Autofahrer nicht zu knapp in den Stadt- und Staatssäckel abliefern. Steuergelder, die für soziale Zwecke dringender benötigt werden, als wenige wohlbestallte Stadtbaumeister noch reicher zu machen.
Keiner hindert die beiden Koalitionäre daran, weil ja die „Unternehmerpartei“ ÖVP in Wien und anderswo nicht mehr wirklich präsent ist. Die konservativen Parteigänger kommen höchstens noch zum Beten in die Stadtkirchen, denn ihre Wohnungen und Betriebe haben sie längst stillgelegt. Ihre Ratlosigkeit ist nicht gottgewollt, sie wird von eigener Ignoranz bestimmt.
Die Strache-Partei lauert auf ihre Chance, bei der nächsten Wahl von der gebeutelten Wählerbasis massiv Stimmen abzuholen. Die Chancen steigen, dass die FPÖ mit ihrer Hetze gegen alles Fremde beim nächsten Wahlgang die Macht übernimmt. Ein Zustand zwischen Pest und Cholera.
Also erleben wir ungehemmtes Stürzen der Fahrtrichtungen gegeneinander, Poller bis in die Stiegenhäuser und für die steuerfreien Fahrradler Radwege mitten auf die Autobahnen und die Ausdehnung von Parkzonen bis in den Wienerwald hinaus. Listigerweise finanziert von den mit rigiden Tempolimits drangsalierten „Immer-langsamer-Autofahrenden“. Cool!
Den Autohandel berührt die Abzocke wenig. Heuer pferchen sie an die 330.000 Neuzulassungen in die heimischen Statistiken. Das macht schon was her, auch wenn 30.000 Fahrzeuge oder mehr nie österreichischen Boden befahren, weil das EU-System Scheinzulassungen erlaubt, die aber anderswo in der Union – wieder neu zugelassen – herumfahren. Die Händler raunzen lieber über mangelnde Erträge, als Ursachenforschung zu betreiben.
So bleibe ich voller Mitgefühl für die Gehetzten und Gepeinigten, die da im Schweiße ihres Angesichts von Termin zu Termin rasen, um das Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten. Blöd nur, dass das immer weniger werden. Dieses Leck im Arbeitsmarkt zu schließen, wird zur Herausforderung der besonderen Art. Aber wozu diese Gedanken? Es geht uns ja allen noch immer (zu) gut! UND die nächsten Wahlen kommen bestimmt.