In schlimmstem Amtsdeutsch „IG-L-Kfz-Abgasklassen-Kennzeichnungsverordnung“ genannt, soll diese ab 1. Jänner 2011 die Basis für sektorale Fahrverbote bilden. Von allen Betroffenen kommt entschiedener Protest, so auch vom Arbeitskreis der Automobilimporteure: In seiner Stellungnahme kritisiert er die „unglaubliche Verschwendung von Volksvermögen“ durch die Abwertung von Bestandsfahrzeugen in den von Fahrverboten betroffenen Regionen. Um mindestens 15 %, mahnt man auch bei EurotaxGlass’s, werde dort der Wert „umweltverschmutzender“ Gebrauchter zurückgehen.
In Graz, bislang die am ehesten von Fahrverboten betroffene Stadt, zeichnete sich unterdessen in den vergangenen Wochen ein politischer Richtungswechsel ab: Für den neuen steirischen Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) sind Fahrerbote laut eigenem Bekunden „kein Thema“. Landesgremialobmann Klaus Edelsbrunner gibt daher vorsichtig Entwarnung: „Derzeit dürfte ein Fahrverbot vom Tisch sein.“
Bundesweit erscheint ein Einlenken dagegen unwahrscheinlich. Im Gegenteil: Beim jüngsten „Pkw-Branchengespräch“ von EurotaxGlass’s argumentierte der Vertreter des Bundesumweltamts gar damit, dass die durch Fahrverbote ausgelösten wirtschaftlichen Schäden von sinkenden Gesundheitsausgaben wettgemacht würden. Autohändler, Pendler und viele andere Betroffene werden bei dieser politischen Logik wohl ungläubig die Köpfe schütteln.  

Die Stellungnahme des Arbeitskreises der Automobilimporteure können Sie im Anhang als PDF-Datei abrufen.