Es war eine lautstarke Kundgebung, die die Studenten vorige Woche in Wien abhielten. Tausende Autofahrer standen am Donnerstagnachmittag im Stau, weil den armen Studiosi die Familienbeihilfe ab dem 24. Lebensjahr gestrichen wird. Die Armen! Zu diesem Zeitpunkt sind jene, die mit 15 als Lehrling begonnen haben, schon seit fast einem Jahrzehnt im Erwerbsleben tätig. Man kann sicher sein, dass das „Mitleid“ bei dieser Gruppe nicht allzu groß sein wird.
Von einer anderen Gruppe, die von den Sparplänen noch viel massiver betroffen ist, hat man bisher aber nicht allzu viel gehört: Zwar schreiben ARBÖ und ÖAMTC brav ihre Presseaussendungen und verschicken Rechenübungen, doch auf die Straße gegangen sind sie bisher nicht – obwohl ihre „Kunden“, die Autofahrer, unter der drastischen Erhöhung der Mineralölsteuer und der Normverbrauchsabgabe gleich doppelt leiden werden.
Auch das Bundesgremium des Fahrzeughandels hat bisher nur das eine oder andere Rechenexempel vorexerziert und ein paar Briefchen geschrieben. Die längst überfällige Einberufung der Landesgremialobleute zu einer Krisensitzung in Wien ist aber bisher ausgeblieben.
Vielleicht klappt es jetzt, wo die Feiertage vorbei sind. Komm.-Rat Ing. Josef Schirak, Einzelhandelssprecher im Bundesgremium des Fahrzeughandels, hat in einer Stellungnahme bereits „weiterführende Maßnahmen“ angekündigt. Gehen die Autohändler gar auch auf die Straße? Oder wird (typisch österreichisch) nur irgendeine Subkommission gegründet, auf der das ganze Dilemma so lange erörtert wird, bis es zu spät ist?
Wir warten jedenfalls mit Spannung!