Das Streben nach ständiger Verbesserung unter dem Begriff „Kaizen“ wurde einst von den Söhnen Nippons zur Lebens- und Arbeitsphilosophie erhoben und von nahezu allen Automobilherstellern dieser Welt angenommen. Das globale Vorbild dafür, Toyota, bekommt nun die Häme der Medien zu spüren und als technische Trittbrettfahrer auch Peugeot und Citroën. J.D. Power- und diverse Pannenstudien verkommen zur Makulatur, weil aus Kostengründen ständig an der Qualität gespart wird. Eine wahre Pioniertat der Hersteller ist das, die jetzt von den Händlern und Werkstätten gegenüber den Kunden ausgebügelt werden muss. Wer wird denen den Schaden vollständig gutmachen?
Mit Ausnahme von Volkswagen haben nahezu alle Herstellergiganten ihre Vorbildfunktion verloren. Alle missbrauchen sie den Autofahrer als Testperson.
Nun müssen GM, Toyota, Ford, Fiat-Chrysler, PSA und auch chinesische und indische Hersteller eine Antwort auf die Frage finden, die sich vor dem Hintergrund rapide steigender Arbeitslosigkeit noch nie mit solcher Dringlichkeit gestellt hat:
Wie können die Konzerne ihre festgefahrenen Positionen im globalen Prozess hinter sich lassen, während sie gleichzeitig um ihr eigenes Überleben kämpfen?
Jetzt in der schweren Wirtschaftskrise, von der auch Volkswagen – das letzte Kombinat, wie Anti-Wolfsburger spitz bemerken – sich nicht ausnehmen kann, werden die Globalplayer mit ihren eingefahrenen Strategien und Strukturen zum Umdenken gezwungen.
Die Welt ist kleiner geworden, die Unternehmen haben ihren Heimvorteil verloren, erlauben sich aber den Leichtsinn, auf internationalem Terrain zu versagen.
Die Kulturen und Wirtschaftssysteme von Europa, Amerika und Asien passen auf Dauer nicht zusammen. Umbarmherzig werden sie für diese Fehleinschätzung abgestraft.
Diese fundamentalen Ereignisse gehen jeden einzelnen, jedes Wirtschaftsunternehmen und jede Nation an. Die Kollision findet mit der Zukunft statt und nicht mehr zwischen den Konzernen.
