Der Eigentümer ist seit Monaten abgetaucht und sein Statthalter steht ohne Entscheidungsgewalt da. Rippels Anwaltschreiben von Dr. Peter Sommerer folgend, sind seine Gesellschaften „überschuldet“ und „kurzfristig zahlungsunfähig“. Nur die rasche Zuführung von finanziellen Mitteln durch dritte Parteien bei gleichzeitig 40 % stiller Ausgleichsquote könne weiteres Ungemach vermeiden, wirkt dieser Brief mit explizit ausgewiesenen 1.669.636,35 € Überschuldung recht bedrohlich.
Rippel und Wurm verspielen ihren letzten Kredit, weil sie mit ihren Lieferanten nicht ehrlich kommunizieren.
Grün und blau ärgern dürfen sich auch die Händler und ihr Mitleid hält sich wohl in Grenzen. Auch zu den Lieferanten. Bei stetig sinkendem Bedarf baut jeder Hersteller an den Marktrealitäten vorbei im Handel Stückzahldruck auf und vernachlässigt die Renditeentwicklung. Auch das fällt unter Business-Ethik.
Rippel und Wurm versuch(t)en, diese Schwachstelle für ihre Zwecke zu nutzen. Die Ware bekamen sie von den Lieferanten – zu immer besseren Konditionen – aufgedrängt. Die von der Industrie gesteuerten Sommer- und Wintereinkaufszyklen beginnen sich bereits während eines Kalenderjahres selbst zu überholen. Marktanteil lautet ihr sündiges Spiel. Manche Manager und Unternehmer auf beiden Seiten bleiben Gestrige. Dass diese Erkenntnis vielen so schwer fällt, sie zu verändern, zeugt von der Hartnäckigkeit des Klischees, nur Marktanteile würden zählen.
