Auf der IAA in Frankfurt haben sich neben den Giganten viele kleine Hersteller von E-Mobilen vor ihrem Publikum produziert. Ein unbedarfter Besucher durfte glauben, schon morgen ein Elektrowagerl kaufen und ungehindert damit fahren zu können.
Abgesehen von mangelnder Reichweite, fehlenden Energiespendern, Typisierungsproblemen und inakzeptablen Kaufpreisen kommt erschwerend hinzu, dass Kleinserienhersteller kaum das Geld für die Zurverfügungstellung von Testfahrzeugen aufbringen können.
Gleichzeitig entwickelt die Berichterstattung in allen Medien bei Gewerbebetrieben bereits genügend Experimentierlust auf Vorführautos – zumindest für leichte Nutzfahrzeuge. Und genau daran scheitert der Fortschritt!
Warum? Der Hersteller hofft, dass ein Autohändler 20.000 € und mehr für ein E-Vorführauto leistet, damit er seine Produktion ankurbeln kann. Der Autohändler wiederum will sich zwar öffentlich damit profilieren, jedoch kein Geld investieren. Eine Pattstellung zur Inaktivität. Wer dennoch kauft, hat dazu gute Karten, ohne Chance auf Erfolg auf seiner Errungenschaft sitzen zu bleiben. Das eigentliche Problem ist nämlich die Standardisierung. Derzeit baut jeder drauf los und der Handel soll das Experiment retten.
Also träumen wir weiter von einer besseren Zukunft und blicken nach Israel, wo Shai Agassi ab 2011 mit Elektroautos den Verkehr revolutionieren möchte. Seine „Better Place“, nicht ident mit dem neuen Forstinger-Investor in Österreich, will das gesamte Versorgungssystem einschließlich der 10.000 € teuren Batterien betreiben. Der Kunde kauft lediglich das Fahrzeug und die Kilometer, die er fahren möchte. Seinen Strom holt er sich quasi im Abonnement. Dafür hat Agassi 350 Mio. Dollar Wagniskapital mobilisieren können und Renault-Nissan an Bord geholt.
Die aktuelle Rezession geht mit der Wirtschaft radikal ins Gericht. Wer nach vorn schauen will, muss investieren können, stellen viele überrascht fest.
