Die um Bewunderung heischenden Umweltangebote, allen voran das Elektroauto, scheitern noch die nächsten Jahre an ihrer technischen Unausgereiftheit, an fehlender Infrastruktur und nicht zuletzt am Kundenabgabepreis.
Alle technischen, wirtschaftlichen und politischen Klimmzüge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Käufer rar werden und es nur wenigen Marken wie VW oder Hyundai beschieden ist, ein halbwegs freundliches Lächeln in den Messehallen zur Schau tragen zu können. Einer global 100 Mio. Jahresproduktions(über)kapazität stehen aktuell etwa 60 % Auslastung gegenüber und der Absatz sackt in diesem Jahr neuerlich um 20 % ab.
Diese Zahlen stimmen die Manager nüchtern. Sie entschlacken ihre Unternehmen, das Ergebnis lässt sich auch an den Ausstellungsstandards ablesen. Anstelle von Pomp und Protz steht der Alternativantrieb. Grün ist schick geworden und der Ökotrend ist unverkennbar. Die IAA ist auf ein realistischeres Maß geschrumpft.
Wissmann & Co. werden – so wie an den beiden Pressetagen schon – mit weniger Besuchern rechnen können. Ist kein Beinbruch, die Veranstalter werden es dennoch schaffen, glänzende Zahlen zu veröffentlichen.
Faktum ist, dass alles auf die Deutschlandwahlen wartet. Bei den Fachbesuchern schwingt die Angst mit, dass es nach dem Urnengang eine neue industrielle Wahrheit geben wird, mit deren Auswirkungen Handel und Gewerbe sich erst anfreunden müssen.
Die IAA schminkt ihr wirtschaftlich zerfurchtes Gesicht zurecht, so gut es geht. Die Rückbesinnung auf das Wesentliche hat Vorrang. Wer das schafft, meistert jede Krise.
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